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Folge 35 Long COVID - Christian Frautschi und die Wirbelsäulenseele

  • frautschi
  • 30. Nov. 2025
  • 14 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 13. Dez. 2025


Der Coronavirus selbst, Covid-19, ist wesentlich weniger heftig als auch schon, ist immer noch vorhanden, aber was heftiger da ist, und bei einem gewissen Prozentsatz, der heute da ist, ist Long-COVID, eine Form von Corona, der einen langen Verlauf hat. Darüber reden wir heute.




Marco

Christian, Long-COVID ist nicht einfach die lange Ausführung einer normalen Corona-Krankheit. Was ist der Unterschied, oder was genau ist Long-COVID eigentlich?

 

Christian

Ja, Long-COVID ist halt einfach, wie soll ich sagen, etwas, das in die Länge gezogen wird von dem Problem, das es eigentlich einmal ausgelöst hat, wo der Virus hinein ist, wo ich wirklich sagen muss, ja, das hat es alles gegeben, das war wirklich auch da. Viele Verschwörungstheoretiker sagen, ja, das ist alles Pharma und weiss ich was, nein, das steht nicht. Es ist so, dass dieses Problem mit diesem lieben Virus wirklich da war und ganz viele Menschen und die ganze Welt, auf Deutsch gesagt, mal ein bisschen in den Standby-Modus gesetzt hat und mit den Leuten auch sehr vieles gemacht haben.

 

Generell kann man einfach sagen, es ist einfach wie so ein Generelles-Neu-Überdenken von uns, von unserer privaten Welt, von der Arbeitswelt, von der Gesellschaft, von den verschiedenen mächtigen Kontinenten und was auch immer, und was uns einfach dazu angeregt hat, überhaupt einmal sehr vieles zu überdenken. Und demzufolge hat es halt einfach auch bei manchem Menschen ausgelöst, in eine Krankheit. Es hat Klienten, die einen schwachen Verlauf gehabt haben, es hat Klienten, die einen ernsten, sehr schlimmen Verlauf gehabt haben.

 

Ich habe einige von Long-COVID-Patienten natürlich, und damals noch halt einfach als COVID-Patienten, die wir wieder haben arbeiten dürfen, die halt einfach im Raum gestanden sind, ja, die ist, die wirklich präsent ist, und irgendwo auch seine Berechtigung hat. Und da ist halt einfach, wie soll ich sagen, Long-COVID ist bei vielen eigentlich nur, du sagst vorhin mal gesagt, wie so ein Hämmerli über alles kommen, wo einfach da noch irgendetwas, wo angestanden ist, noch ein kleiner Hämmerli obendrauf gibt, oder sei dort wie auf einem Ei, wo noch irgendwie wirklich etwas fertig gemacht hat. Und das Fertigmachen ist halt einfach vielleicht ein Problem, wo man halt einfach, ich sage, wo man vorher im Leben schon gehabt hat, und wo dann halt uns gezwungen hat, körperlich gezwungen hat, noch wirklich die letzte Energie, die vielleicht noch da war, bei denen, wo es wirklich krass war, die letzte Energie zu nehmen, um wirklich in diesen Stand-by-Modus runterzukommen, und sich das Leben ein bisschen überdenken, ihr gesundheitlicher Lebensstil, oder was auch immer, oder auch völlig übertriebene Lebensstile, oder sei das irgendwie ein völliger Machertyp gewesen, der einfach immer alles völlig übertrieben hat, und, ja, auf Deutsch gesagt, das Leben lang nur Vollgas gegeben hat. Es hat wirklich alle Varianten, auch halt eben die, die auch sehr träg gewesen sind, oder sind, mit sich selber, und nie wirklich für ihren Körper gesundheitlich etwas gemacht haben, die möglichst immer den nächsten Parkplatz genommen haben, die immer mit dem Fahrstuhl gefahren sind, und einfach sich möglichst wenig bewegt haben.

 

Marco

Also das sind die Einzigen, das hat man ja schon bei der normalen Corona-Erkrankung tatsächlich gesehen, Leute, die nicht so fit waren, haben es massiv mehr getroffen. Aber es hat auch andere getroffen, auch Topfitte getroffen.

 

Christian

Es hat auch absolut Topfitte getroffen. Ich hatte einen Klienten, der ein Sportlehrer war, und wirklich eine riesige Sportkanone war. Er war in einem Leistungszentrum in Magglingen angestellt.

 

Und Sport war sein Leben, es war sein Schulinstrument in diesem Sinne. Er war selber ein Spitzensportler, und es hat ihn flachgelegt. Und dann fragt man sich, warum einer, der so fit ist, der so gesundheitlich drauf ist, dass er so einen erwischt.

 

Und da muss ich einfach sagen, es gibt Männer, die es mit vielen Dingen übertrieben haben, die dann einfach ein Herzinfarkt, ein Herzkasperl bekommen, und jeder sagt, ja, aber der war doch sooo fit, der war doch so gut drauf, wieso der? Da muss ich sagen, ja, wenn man es übertriebt, und wenn du über deine Leistung von deinem Körper gehst, dann braucht es nicht viel, dass irgendwann irgendetwas kommt, das das signalisieren muss, so nicht mehr weiter. Auch bei einem Fitten Sportler zum Beispiel.

 

Ja, bei einem Spitzensportler, oder Fitten Sportler, oder Hobbysportler, hat es schon gegeben, die während dem trainieren umgekippt sind. Obwohl er so fit war, habe ich schon x-mal gehört. Weisst du, ich war so fit, und warum habe ich jetzt das?

 

Einfach weil man sich mit dem, was man hier hat, man ist über seine Grenzen gegangen, mental, du kannst mental über deine Grenzen gehen, und einfach völlig übertrieben hat, und das übertrieben, das gibt so einen Druck in dir rein. Das sind wirklich solche Leute, die sind total verspannt. Die sind wohl übertrainiert, haben riesige Muskeln, und das, und das, und jenes, aber sie sind völlig verspannt.

 

Ein Spitzenlangläufer, der Leistung Asthma bekommt, das bekommt er, weil er irgendwo in seinem Ablauf, in seinem Sport, irgendwo etwas nicht stimmt. Und dann darf man das wieder harmonisieren, und dann darf das auch wieder aufgelöst werden. Obwohl das sowas von sportlichen und durchtrainierte Leuten sind.

 

Marco

Also das könnte jetzt heissen, es trifft einem dann, wenn man irgendetwas korrigieren müsste.

 

Christian

Wenn man etwas korrigieren muss, etwas ändern muss, und sei das von der Einstellung her, irgendwo, wenn man, wie soll ich sagen, wir hatten das ja schon bei den Spitzensportlern, wo wir darüber gesprochen haben in diesem Podcast, wenn man etwas übertriebt und mit dem Kopf machen will, und auf Deutsch gesagt, einfach mit dem Kopf durch die Wand will, und das jetzt einfach erreichen will und übertreibt, dass bei denen dann eben so etwas wirklich eintreffen muss.

 

Marco

Also das ist natürlich jetzt eine schwierige Frage, das würde ja heissen, in der Schlussfolgerung, ein Spitzensportler müsste ein gutes Gleichgewicht haben zwischen Anspannung und Kraft und Leistung, das muss er haben, sonst wird er kein Spitzensportler, und auf der anderen Seite genügend Entspannung und Entspanntheit, um mit dem umzugehen.

 

Christian

Ja, und auf der anderen Seite, das grösste Problem bei diesen Leuten ist, der Spassfaktor. Ich hatte einige Spitzensportler schon hier, die einfach ihren Sport ausgeübt haben, verbissen, mental stark und alles zusammen, aber der Spass verloren gegangen worden ist. Und das verstehe ich irgendwo, wenn du 20, 30 Jahre schon irgendwie von Kindsbeinen weg etwas verfolgst und wirklich dorthin kommen willst, und auch dorthin kommst, dass irgendwann, auf Deutsch gesagt, Scheisst es dich an.

 

Das heisst, du hast den Spassfaktor verloren, und dann musst du mit diesen Leuten, ich hatte schon x-mal ein Problem mit Spitzensportlern, dass du diese Leute wieder den Spassfaktor wecken musst. Dass du bei einem Autorennfahrer, den ich schon hatte, absoluter Topman, Weltmeister und alles, der den Spass verloren hat, und das hat sich alles gespiegelt, in dein ganzes Team, und da habe ich gesagt, du musst einfach wieder dorthin kommen, nimm ein Foto, wo du mit dem Go-Kart herumgefahren bist, hier in Wohlen, und dein Vater dich angeschoben hat, und du bist einfach schnell gewesen und schnell gefahren, und das war einfach dein Start in deine Karriere, und du hast es mit Freude und Spass gemacht, sonst wärst du nie dorthin gekommen, und den hast du jetzt verloren, und den müssen wir jetzt wieder finden.

 

Nimm ein Foto aus dieser Zeit, schau es dir an, bevor du den Start gehst, versetze dich wieder in die Situation, in der du Freude und Spass hattest, in dem, was du tust, und mit dieser Freude, mit diesem Spass, ist er dann auch wieder gegangen, und ist dann nur nochmals zweimal Weltmeister geworden. Und das ist doch einfach das, und bei diesem Spitzensportler in Magglingen, mit diesem Sportlehrer, war es genau dasselbe, er hat einfach wieder den Spass verloren, durch Long-COVID konnte er sein Sport nicht mehr machen, er ist dann in eine andere Branche gegangen, und das machte ihm riesigen Spass, er war wieder genauso erfolgreich, und dann hat eigentlich der liebe Virus sein Ziel erreicht, dass er wirklich das macht, was ihm Spass macht. Ich habe mit diesem Menschen einmal gearbeitet, er hat eine gewaltige Veränderung gemacht, ich habe zweimal mit ihm gearbeitet, und das dritte Mal, dass er dran bleibt, und bei ihm war das nach drei Behandlungen kein Thema mehr, er war wieder genau gleich fit wie vorher, nach dem Motto, war da mal was? Aber der Sinn und der Zweck hinter dem Ganzen, eben das I-Tüpfchen, das Hämmerlein, das hat seinen Zweck erfüllt, und er hat sein Leben anders gestaltet, wieder mit Freude und Spass.

 

Marco

Also hat das Virus vielleicht uns etwas gezeigt.

 

Christian

Ja das ist so! Es hatte auch Vorteile und uns einiges aufgezeigt.

 

Marco

Was ja sehr interessant ist, ich habe eine Liste gefunden von möglichen Symptomen, die bei Long-Covid auftreten können, und das ist eine lange Liste, und es sind ganz verschiedene Symptome, nämlich Müdigkeit, Fieber, Muskelschmerzen, Brain fog, Hirnnebel, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme, Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Herzkreislaufprobleme, Herzrasen, Brustschmerzen, Blutdruckschwankungen, Kurzatmigkeit, Husten, verringerte Lungenkapazität, Depression, Angst, posttraumatische Belastung, Geruchsverlust, Geschmacksverlust, Magen-Darm-Probleme, Haarausfall.

 

Also ganz verschiedene Sachen auf ganz verschiedenen Ebenen, wo tatsächlich etwas drin sein könnte und vielleicht es uns auf irgend einer Ebene etwas sagen wollte.

 

Christian

Ja, es ist wirklich querbeet durch alles.

 

Marco

Also es ist sozusagen alles, was einem im Leben schiefgehen kann.

 

Christian

Was eigentlich alles sein kann, was wir für mögliche Störungen, mögliche Gebrechen wir in uns tragen, alles kann sein und das ist genau das, was ich bereits auch sagte. Diese Gebrechen, die waren vorher schon präsent. Wenn man sich zu wenig Raum und Platz gegeben hat und zu wenig durchatmen konnte für sich selbst, bei dem geht einfach auf die Lunge und nimmt ihm da noch die restliche Energie und den Sauerstoff wird nicht mehr transportiert.

 

Die Energie ist schlichtweg nicht mehr da. Ich meine, das kann ich als Asthmatiker sehr gut sagen. Was das heisst, wenn man keine Luft mehr hat, wenn man keine Energie mehr hat, wenn der Sauerstoffgehalt hinunterfällt, erstens einmal ist es die Energie, die einem weggeht.

 

Zweitens ist, wenn wir zu wenig Energie haben, wenn wir uns den Raum und Platz nicht mehr geben können, dann macht es mit uns mental auch etwas. Wir verlieren die Motivation, wir verlieren die Freude und die Emotionen. Wir leben teilweise wirklich nur noch auf dem Minimum.

 

Ich habe das selber auch erlebt. Ich hatte zwei, drei mal wirklich krasse Zusammenbrüche, die mir einfach die ganze Bronchie schlichtweg zugemacht hat. Ich hatte das Gefühl, dass die Energie nicht mehr da war.

 

In diesem Moment geht man emotional in einen Keller. Das ist dann eben auch das, was hier passiert. Wenn etwas angegriffen wird und dein Körper runterfährt, dann fahren auch deine Emotionen runter.

 

Dann ist das ein schwieriger Antrieb, irgendwo wieder in die Emotionen hinein zu kommen. Das heisst, dass viele von ihnen vorher schon träge waren und wenig Sport gemacht haben, also sich wenig bewegt haben. Man muss ja nicht jeden Tag eine Stunde rennen, aber man kann vielleicht einmal die Stunde einfach in der Natur raus, den Kopf lüften und sich ohne Schrittzähler und ohne Handy bewegen und einfach wirklich seinem Körper etwas Gutes tun und den Kopf und die Lunge zusammen durchlüften.

 

Das ist das, was erst recht nicht mehr funktioniert. Darum sind sie teilweise wirklich extrem energielos und träge. Das ist ein grosser Teil, der im Lungen- und Herzbereich ist.

 

Es gibt aber auch andere, die von den Nerven her auf die Nerven gehen, weil diese Person vielleicht viel zu viel studiert hat und immer so einen Kopf hatte und einfach eine riesige Überlast war. Die COVID war im Prinzip ein Überlastschutz, um das einfach mal zusammenbrechen zu lassen. Wie bei einer Notstromgruppe, wo man einfach wieder mal einen Restart machen muss und um dann wieder hochzufahren, bis der Strom wieder fliesst.

 

Marco

Was natürlich ein Energieproblem wird, wenn man schon schlecht dran ist.

 

Christian

Ja, wenn der Körper dementsprechend vorher schon schlecht dran war. Bei vielen, ich sage nicht bei allen, aber bei einem grossen Teil von den Long-COVID-Patienten und den Klienten, die ich bei mir habe, ist das der Fall. Dann ist natürlich der Moment, in dem du so energielos bist und der Job hat dich angeschissen, da hattest du keine Freude, keine Energie mehr.

 

Wenn diese Freude vorher schon gefehlt hat, dann verstärkt sich das alles und dann wird es umso schwieriger. Nach dem Motto, was soll ich jetzt tun, der Job gefällt mir eh nicht mehr oder was soll ich jetzt tun, die Beziehung hat eh auch keinen Wert mehr. Oder einfach Trübsal blasen, egal aus welchem Grund.

 

Dass es mit dieser Energielosigkeit wirklich schwierig ist. Da braucht es einfach das, wo man jemandem sagt, du musst deine Komfortzone verlassen. Ich muss zwar auch immer lachen, aber wenn der Spruch von den Leuten kommt, ich kann meine Komfortzone verlassen, dann muss ich sagen, ja gut, aber nicht im Kopf, sondern im Tun.

 

Also einfach mal über den inneren Schweinehund rüber gehen und sich dazu bewegen, einfach wieder raus zu gehen. Auch wenn es einfach für mich nur noch einmal 200 Meter sind und dann kehrt man um. Und sagen, morgen mache ich 300 Meter und dann kehre ich wieder um.

 

Nur so kann ich mich selber wieder hochbringen. Ich habe das selber erlebt, wenn ich eine solche Situation hatte und ich keine Treppe mehr hochgehen konnte, weil ich einfach keine Energie mehr hatte, dann habe ich einfach gesagt, ich gehe jetzt einfach Schritt um Schritt die Treppe hoch. Oben an den Treppe ist die Kaffeemaschine, dort wo ich gewohnt habe, als ich nichts mehr hatte.

 

Dort hat es mich immer wieder zusammengehauen. Das war einfach meine Motivation, mich wieder zu diesem Kaffee zu bringen, den ich am Morgen so geliebt habe. Da habe ich einfach 5 Minuten gebraucht, bis ich die Treppe hochgegangen bin.

 

Aber ich bin sie hochgegangen und habe nicht gesagt, ich trinke jetzt das Mineralwasser in meinem Kämmerchen. Nein, ich bin die Treppe hochgegangen. Irgendwann ist es schneller und besser gegangen und dann hat sich das Ganze wieder normalisiert, da ich mich mir wieder Raum und Platz geben konnte.

 

In dieser aussichtslosen Situation, die ich damals hatte, musste ich mich selber wieder dorthin bringen. Das ist das, was sich die Leute selber bewusst werden dürfen, dass sie mit etwas unternehmen dürfen und dagegen tun.

 

Marco

Es ist natürlich unbequem.

 

Christian

Ja, es ist unbequem. Ich weiss es auch, es ist scheisse, wenn man keine Energie hat. Aber wenn man noch etwas Restenergie hat, die man einsetzen kann, um irgendwann zu sich sagen, ich gehe jetzt aufwärts, dann geht es aufwärts.

 

Aber wir dürfen es machen, wir müssen es machen und es bringt nichts, wenn wir irgendwo nur Trübsal blasen und im Selbstmittleid versaufen. Das bringt nichts. Wie gesagt, ich verstehe diese Leute vollkommen.

 

Ich verstehe noch viel mehr den Sinn hinter dem Ganzen, wo wir uns hier nicht weiter erwähnen müssen, was das COVID überhaupt gemacht hat, auch mit der ganzen Welt und so. Aber ich weiss, dass es das gibt. Ich weiss, dass es Folgen hatte.

 

Und ich weiss, was das heute noch heisst. Aber wir dürfen daraus etwas machen und daraus etwas lernen. Ich meine, auch um die mit der ganze Situation umzugehen, ich meine, es ist auch nicht einfach, für eine Regierung und alle zusammen, die irgendwie hier eingebunden waren, die die Regeln und alles herausgegeben haben, das war nicht einfach für sie.

 

Das war ein grosser Druck. Wenige Leute mussten entscheiden, was sie in der Schweiz mit 9 Millionen Leuten zu tun ist. Was machen wir damit?

 

Du hast alles nicht gewusst. Das ist ein anderes Thema, aber es ist da, es ist präsent. Du sagst, bis zu 20% von denen, die wir Covid hatten, wären Long-Covid.

 

Ich finde es eine etwas hohe Zahl. Ich sehe es ein wenig anders.

 

Marco

Ich fand es so. Es gibt auch unterschiedliche Fälle bei Long-Covid. Es gibt einige, die gehen einfach lang.

 

Darum sind sie Long-Covid und relativ harmlos. Es gibt auch wahnsinnig heftige. Ich fand, es gibt Fälle, die bis zu einem Jahr gehen.

 

Oder noch länger.

 

Christian

Das sind dann wirklich die Themen, die man nicht wegschauen muss. Ich habe auch bei diesen Fällen hingeschaut, und mich erkundigt. Ich habe immer nachgelesen, was die Leute sagen, was sie beschäftigen.

 

Logisch ist das nicht lässig, wenn man von Morgen bis Abend nur im Bett liegen kann. Sorry, aber das sind vielleicht 0,5% von denen. Ich hatte einen Fall von einem älteren Mann.

 

Er ist schlichtweg, weg gewesen ... Er musste künstlich beatmet werden. Er war völlig weg, im Koma.

 

Er war im Spital. Er war total weg. Alles war zusammengebrochen.

 

In kleinen Schritten kam er wieder auf die Beine. Es kam wieder gut. Das war sein Lebenswille.

 

Er kam wieder zurück. Er hat sich selber wieder auf die Beine gestellt. Alle rundherum haben sich gewundert, was da los war.

 

Seine Frau hat nur geschmunzelt. Sie haben sie immer wieder gefragt, was da mit dem Mann war. Wer hat da was gemacht?

 

Wieso ist er auf einmal wieder so schnell erwacht ist? Sie sagte nur Ich erzähle euch das nicht. Ich kann das nicht erklären, ihr versteht das eh nicht.

 

Ich hatte vorher nicht mit ihm gearbeitet. Seine Frau war schon bei mir. Nachher kam er dann auch.

 

Marco

Du hast ihm einen Schupf gegeben. Ja.

 

Christian

Ja, das ist mein Job. Ich darf mit niemandem arbeiten, der nicht bei war. Ich darf nicht mit jemandem arbeiten, der nicht selbst auf mich zukommt.

 

Ich habe mit ihm gearbeitet. Aus der Ferne. Das ist eine absolute Ausnahme.

 

Ich darf erst aktiv werden, wenn die Person von sich aus nicht mehr in der Lage ist, sich selbst bei mir zu melden. Das war dann alles wieder okay. Es war gut.

 

Aber es hat ihm etwas in seinem Leben gezeigt, was man ändern darf, wo man über den Schatten springen darf. Es war gut.

 

Marco

Da sind wir auf einer Ebene, die tatsächlich bei Long-COVID nachweislich gut funktioniert. Ohne Medikamente. Es gibt ja Medikamente, die man gegen die aktuellen Symptome behandeln kann.

 

Offenbar sind Methoden ohne Medikamente sehr gut und hilfreich. Weil man offenbar etwas auslöst. In einem grossen Topf zusammengefasst sind es viele verschiedene Heilmetoden.

 

Es gibt verschiedene alternative Heilmethoden, wo du ja auch dazu gehörst.

 

Christian

Ja, es hat mit der Veränderung, die vorher schon gemacht werden sollten, im Jahr 2019, 2018, 2000, dass man dem von Anfang an mehr Raum und Platz hätte geben müssen. Wenn du vorher schon gesagt hast, dass der Job scheisse ist, ich will dort gar nicht mehr arbeiten es laugt mich nur aus. Das muss einem Bewusst sein, dorthin zu kommen und dem auch Raum und Platz zu geben, das ist klar.

 

Aber es hatte zuerst der liebe, tolle Virus kommen müssen, um den Menschen selbst dorthin zu bringen, dass er, wie du sagst, wieder erwacht ist. Von daher hätte es vielleicht auch manchmal etwas Gutes gehabt. Aber es hätte nicht sein müssen.

 

Marco

Jetzt kommen wir auf die Sätze zurück, die du immer sagst. Wenn man gescheit gelebt und auf sich geschaut hätte, hätte man es vielleicht vermeiden können, was du immer sagst, und was mit Long-Covid nachgewiesen ist, wer gescheit isst, sich bewegt und genug schläft, der kommt schneller darüber weg, als der, der das nicht macht. Das sind Dinge, die du bei vielen Organproblemen, bei Wirbelsäulenproblemen, allgemeine Empfohlen hast.

 

Christian

Es trifft schlussendlich über den ganzen Körper zu, wo sich der Mensch dementsprechend, egal auf welcher Ebene, einfach wieder dazu bringt, etwas für sich zu tun. Und das nicht nur, ich will es einmal oder ich tue es einmal. Nicht, wenn ich dann wieder fit bin, gehe ich dann joggen. Ich muss nicht warten, wenn ich etwas habe, bis ich Fit bin wie ein Turnschuh, nein, man soll jederzeit aufstehen und gehen.

 

Nein, man soll dann aufstehen, sich den Freiraum geben, in den Wald gehen, laufen, ohne Handy, ohne Schrittzähler, sich nicht messen, sondern sich den Raum geben. Wenn du einen Kaffee holen willst, dann musst du Tritt um tritt gehen, wenn die Luft nicht für die ganze Treppe reicht. Also, nimm Schritt für Schritt so wie es gerade geht.

 

Und wenn der Schritt mit rausgehen heute draussen 100 Meter ist, dann ist er morgen 2 Schritte, 200 Meter. Als ich damals wieder bei null angefangen habe, alles verloren zu hatte, konnte ich auch nicht sagen ich kann nichts tun, ich konnte auch nicht Trübsal blasen, als meine Ex-Frau auf Alimente wartete, und Kinder für die ich zahlen muss. Ich konnte damals auch nicht sagen, ich bin die ärmste Sau auf der ganzen Welt.

 

Aber ich war ja schon ein wenig eine arme Sau. Aber ich muss dann wirklich auch etwas tun. Ich ging wirklich hin und wusste, das, was ich vorher gemacht habe, das mache ich nicht mehr.

 

Ich will dem, was ich heute immer noch mache, Raum und Platz geben, es wirklich tun. Und selbst, wenn ich keinen Klienten hatte, in der Praxis damals noch in Kloten, da konnte ich in einen Raum kostenlos nutzen und arbeiten.

 

Wenn ich Zeit hatte, ging einmal am Tag, manchmal auch zweimal, dort hin gegangen, stand an die Behandlungsliege, habe ich mir ausgedacht, da liegt ein Patient, der das und das Thema hat, und ich arbeitete mit dem Pseudo Klient. Damals, als ich noch eine Stunde mit jemandem arbeitete, bin ich eine Stunde an die Liege hingestanden, habe gearbeitet und bin dann wieder nach Hause gegangen. Das hat mir wohl das Portemonnaie nicht gefühlt, aber mit der Einstellung gegenüber dem, was ich nachher machen wollte, einen Schritt zu gegangen.

 

Und als ich dann einen Klienten hatte, habe ich mir gesagt, jetzt arbeite ich mit Klienten. Und als ich fertig war, habe sagte ich, liebe Kumpels, ich hatte diese Woche einen Klienten, ich danke, dass ich nächste Woche zwei Klienten habe. Ich hatte die nächste Woche zwei Klienten, danach hatte ich drei Klienten, und so ging es weiter.

 

Du musst es einfach tun, du musst zu dir zu kommen, zu deiner Freude, zu deinem Spass, mit deiner Arbeit und allem zusammen manchmal deinen Arsch bewegen.

 

Marco

Gut, dass du noch einmal Spass hast, das ist wichtig. Und der Rest ist auch das, was du schon häufig gesagt hast. Als Zusammenfassung kann man das wieder weitergeben.

 

Man muss etwas tun.

 

Christian

Wir dürfen. Ich bin immer allergisch mit dem «muss». Nein, du musst nichts, du darfst.

 

Sobald du darfst, geht die Mundwinkel hoch, beim Müssen geht die Mundwinkel runter. Wir dürfen jetzt hier Schluss machen von dieser langen Comedy-Geschichte und freuen uns auf den nächsten. Bis dann.

 

Tschüss.

 
 
 

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