Folge-50 Generation Y
- frautschi
- 16. Apr.
- 22 Min. Lesezeit

Christian
Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Depressionen, Burnout, Essstörungen, Allergien, Übergewicht, Unverträglichkeiten, Darmprobleme, Blockaden, Lebenskrise, ADHS, Seelenschmerzen. Ja.
Marco
Klingt alles nicht lustig. Worum das so ist und wo das vorkommt, reden wir gleich darüber. Ja, man redet über Generation Y, Gen Y, was man auch Millenials nennt.
Die haben alle diese Gesundheitsprobleme. Christian Frautschi und die Wirbelsäulenseele. Mit Christian Frautschi, Professor des Lebens, Therapeut, Autor, Lebemensch.
Christian
Und Marco Caduff, die fragende Stimme.
Marco
Ja, Christian, du hast das Vorhinein gerade auf den Punkt gebracht, beziehungsweise in diese kleine Aufzählung hinein. Die Generation Y hat mehrere Probleme.
Christian
Ja, natürlich jede Generation hat ihre Probleme, aber diese Probleme verändern sich je nach Generation. Wir haben heute andere Themen als z.B. mit den Babyboomern, die Generation Y, die zwischen 81 und 95 irgendwo dazwischen ist. Das passt sich auch nach oben oder nach unten an, je nachdem, wie wir aufgewachsen sind.
Was für Geschwistertiere wir haben, ob es Eltern oder Jüngere sind, in welcher Umgebung wir sind und wie wir uns selbst entwickeln. Das kann ein wenig variieren, teilweise 3-4 Jahre je nachdem. Die Probleme verändern sich natürlich dementsprechend.
Früher hatten wir mehr die körperlichen Probleme und das Ganze verlagert sich heute vielmehr zu psychischen Problemen.
Marco
Man nennt ja diese Generation tatsächlich auch Y. Die müde, aber auch laute Generation. Würdest du dir das beipflichten?
Christian
Ja, das Müden. Man sagt vielleicht schon, sie sind müder, träger, aber auf der anderen Seite sind sie auch unheimlich aktiv. Sie sind aber auch teilweise sehr überlastet.
Deshalb haben wir heute viel mehr psychische Erkrankungen, weil sie einfach anders aufwachsen. Ich meine, wir Babyboomer sind völlig analog aufgewachsen. Es gab noch kein Internet, bei den Autos gab es noch keine ABS, Computer, Bildschirm, geschweige von Elektroautos.
Das gab es bei uns alles noch nicht. Die Generation Y ist analog in der Kindheit aufgewachsen und in den Jugendjahren kommen sie in die digitale Welt. Aber sie kennen eigentlich beide Welten.
Das Problem ist aber auch, unser Hirn ist analog aufgekommen. Das heisst nicht, dass wir ein mechanisches Hirn haben, nein, aber es ist einfach analog aufgebaut. Das heisst, wenn wir Glückshormone hatten, ein Erfolgserlebnis beim Sport, ein Erfolgserlebnis an einem Konzert, mit einem schönen Auto, einer neuen Freundin oder was auch immer, das waren unsere Dopaminschübe, die wir in unserer Generation hatten.
Oder einfach etwas Lässiges, das uns Freude, Spass und Begeisterung brachte. Das konnte unser Hirn in diesem Sinne verarbeiten, die Dopaminschübe, und dann hatte es wieder genug Zeit, um hier runterzukommen. Und diese Generation, die eigentlich noch unsere Hirnsteuerungen von uns hat, das sind ja die Generation Y, das sind eigentlich unsere Kinder.
Meine drei Kinder sind alle zwischen 89 und 95 Jahre alt. Sie sind genau in diesem Sinne. Sie sind analog aufgewachsen, sind ins Digitale reingekommen.
Mein Sohn war 9 oder 10 Jahre alt, er hatte einmal ein iPhone in der Hand. Und so hat es angefangen. Aber je komplizierter das Internet wurde, je komplizierter und vor allem schneller das Internet wurde, dann konnte man scrollen.
Man konnte einfach weiter scrollen, machen, machen, machen, tun. Man konnte auf dem Handy spielen, was wir früher auf dem Computer, wie Tetris, gemacht haben. Das ist bei diesen viel aktiver, viel schneller, viel extremer.
Und mit dem sind sie dann teilweise schlichtweg überfordert, weil sie haben, man sagt ja auch, dass diese Generationen zwischen 3 und 5 Stunden am Handy oder am Computer sitzen, haben sie dementsprechend eine unstoppe Überforderung vom Hirn.
Marco
Und wirklich mit den elektronischen Geräten, weil sonst müsste man ja sagen, sie sind ja genau diese Generation, die erste Generation, die Work-Life-Balance ins Zentrum gestellt hat und gesagt hat, wir wollen nicht mehr so viel arbeiten wie unsere Eltern, wir wollen uns nicht totschaffen, wir wollen ein gutes Leben führen. Und gerade diese sind jetzt eigentlich in die Falle getappt mit diesen elektronischen Geräten.
Christian
Ja, sie wollen einfach mehr Zeit für sich. Ihre Freizeit sieht völlig anders aus. Als ich in der Jugend war, dann habe ich mich für die Jugendmusik entschieden, für die Kadettenmusik Orgen.
Da bist du mit dem Postauto eine Stunde auf Orgen runtergefahren, bist nachher ins Probelokal gelaufen und von Samstagmittag um 12 Uhr, ich musste auch in die Schule am Morgen, von 12 Uhr weg bis abends um 6 Uhr, bist du voll mit einem Hobby ausgelastet gewesen. Und heute die Jungen, die haben viel, viel mehr Möglichkeiten. Die Eltern konnten natürlich auch dieser Generation viel mehr bieten.
Sie konnten viel mehr erlauben, was sie machen können, was sie tun können. Teilweise nehmen sie Musikunterricht, dann sind sie in einem Sportverein und dann machen sie irgendwie noch Hip-Hop-Tanzen oder was auch immer. Das sind schon mal drei Sachen, teilweise vier Sachen, die irgendwo in diesem ganzen Ablauf der Freizeit Platz haben müssen.
Marco
Die ihnen dafür aber auch wieder die Möglichkeit geben, sich zu verwirklichen. Und das ist ja eigentlich von ihren zentralen Zielen.
Christian
Das ist sehr, sehr wichtig, ja. Aber sie sind halt einfach irgendwo eben auch, weil die digitale Welt eigentlich noch präsent ist, sie ist da, aber man hat sich eigentlich noch nicht daran gewöhnt. Und das ist dann das, was halt eben dann teilweise stresst.
Schau mal, früher habe ich mit den Leuten gearbeitet, ich habe im Körper gearbeitet und am Schluss bin ich vielleicht noch ein, zwei Minuten auf den Kopf, auf Deutsch gesagt gekommen, den Kopf lernen, entspannen, die Hirnmuskulatur entspannen. Einfach den Grind lernen, auf Deutsch gesagt. Ich musste wirklich anfangen, auch je nachdem, welche Leute ich vor mir habe, oder unter meinen Händen sind, anzupassen.
Mit den Jungen habe ich teilweise die Hälfte der Zeit, in der ich mit ihnen arbeite, arbeite ich auf dem Kopf, um den Kopf zu entleeren, um überhaupt die ganze Hirnmuskulatur, die ganzen Nervenbahnen, das ganze Nervensystem überhaupt wieder einmal etwas runterzubringen.
Marco
Und jetzt spürst du, dass im Kopf so viel läuft, wenn du mit ihm arbeitest.
Christian
Ich spüre das natürlich, weil du merkst das. Wenn ich mit dem Kopf anfange, schwingt er einfach nicht. Und dann beginnt er länger und länger zu schwingen.
Und das ist das, was ich dann merke. Und wenn er eine bestimmte Schwingung hat, dann merke ich so, und jetzt funktioniert das auch wieder, linke, rechte Hirnhälfte harmoniert miteinander und es harmoniert auch mit dem ganzen Körper. Aber die Arbeit, die ich heute am Kopf mache, bei diesen jungen Leuten, die ist verhältnismässig 40-50% der Behandlungszeit, in der ich mit ihnen arbeite.
Und das ist schon noch extrem. Und vor allem, was dann wieder auch das Schöne ist, nach der Behandlung gehen sie dann zu Maggie und Maggie fragt, ob sie einen neuen Termin machen wollen. Und die jüngere Generation, die Jungen, da kommt es wie aus der Pistole geschossen.
Ja, selbstverständlich. Weil sie dann bereits merken, was das mit mir macht, wenn ich Relaxter bin, wenn ich einfach oben runter kommen kann.
Marco
Das heisst also, sie haben das nicht mehr in sich selber, um irgendetwas zu finden, wo sie das auch selber können. Zu wenig.
Christian
Zu wenig. Weisst du, du musst dir vorstellen, sie können viel machen und erreichen. Sie sind eine Generation, wo die Eltern, sprich Babyboomer, viel erwirtschaftet und gemacht haben.
Sie können vieles ermöglichen. Aber dadurch, dass sie vieles ermöglichen, sind sie halt teilweise schlichtweg auch überfordert. Sie haben zu viele Möglichkeiten.
Dann können sie sich viel zu wenig entscheiden.
Marco
Hat das einen Zusammenhang mit dem? Tatsächlich ist es wahrscheinlich schon so. Wir sind jetzt die Babyboomer-Eltern.
Wir hatten wahrscheinlich als Eltern einen Wohlstand, den bisher noch wenige Generationen hatten. Vielleicht keine vor der Nachkriegsgeneration. Und wir konnten den Kindern tatsächlich sagen, sie können alles machen, was sie wollen.
Weil sie theoretisch alles machen können, weil alles möglich war. Ist das zu viel? Ist das der Hintergrund?
Christian
Ja, es ist teilweise zu viel. Weil sie dann zu viele Möglichkeiten haben. Und das verwirrt natürlich auch.
Ich meine, zu unserer Zeit oder zu meiner Zeit hat es geheissen, du kannst in die Kadettenmusikorps gehen. Das hat einen Jahresbeitrag. Ich glaube, von 80 Franken.
Wir zahlen dir diesen Jahresbeitrag. Das war für meine Eltern ganz viel Geld. 80 Franken.
Ich habe gesagt, wir geben das aus für dich. Aber du gehst ein Jahr lang. Also du bist wirklich von heute, von dem Moment, wo wir deinen Jahresbeitrag zahlen, bist du ein Jahr lang in der Kadettenmusik.
Marco
Okay, also es war verbunden mit Verpflichtung.
Christian
Ja, es war eine Verpflichtung. Eine moralische Verpflichtung auch. Bei unseren Geldgebern gegenüber.
Und ich wusste, was das heisst. Meine Eltern, ich hatte keine reichen Eltern. Sie waren nicht in dem Sinn, dass sie aufbauen konnten.
Sondern ich konnte dann mehr ein. Aber sie konnten das in dem Sinn nicht. Da waren die Mittel sehr beschränkt.
Aber es hiess, wenn du A sagst, dann stammt es dazu. Dann bist du auch konsequent dabei. Genau dasselbe wie an der Arbeitsstelle.
Wenn wir einfach umhängen am Wochenende. Und auf die Tische gehen. Und an die Festgänge gehen.
So hiess es immer. Weisst du was? Wenn ich saufen kann, gehe ich auch arbeiten.
Marco
Das ist eine Art Arbeitsethos. Gerade auch von Handwerkern. Die sagen, sie saufen zwar, aber sie arbeiten trotzdem.
Christian
Ja, sicher. Ich als Automeister, da hattet ihr so ein Wagen. Dann wurde das Wagen etwas mehr gebraucht.
Weil du etwas müde warst. Du musstest unter das Auto rücken. So, dass niemand merkt.
Aber du bist arbeiten gegangen. Auch wenn du mal etwas Fieber hattest. Oder etwas verkehrt warst.
Du bist arbeiten gegangen. Y und Generation Z. Die rufen an und sagen, ich bin verkehrt und komme nicht arbeiten.
Sorry, das ist ein grosser Teil. Das heisst aber auch, ich muss jetzt nicht und ich möchte zuerst krank werden. Sie sind vielleicht z.B. schneller krank. Aber sie sind ja schneller wieder gesund. Weil zu unserer Generation, wenn wir dann zum Arzt sind und krank gemeldet haben, dann sind wir halt eine längere Zeit ausgefallen. Dann mussten wir auskurieren.
Weil wir zu lange gewartet hatten, mussten wir etwas auskurieren. Und die heutige Generation, die können ins Internet schauen. Aha, ich habe diese und diese Symptome.
Und sie wissen eigentlich, was sie haben. Dann gehen sie gleich noch schnell zum Arzt, um sich das bestätigen zu lassen. Und dann sind es halt ein, zwei oder drei Tage, an denen sie nicht arbeiten gehen.
Also eben, sie gehen schneller wieder arbeiten. Nicht, dass man irgendwie das Gefühl hat, sie seien faule Viecher. Die ältere Generation würde sagen, das seien faule Viecher.
Marco
Und wie kann man das jetzt einordnen, rein faktisch? Sind sie es oder sind sie nicht? Oder ist es am Schluss ja gescheit für sie selber, auch wenn sie drei Tage krank sind, damit sie nachher wieder fit sind?
Christian
Ja, das muss jeder für sich selber schlussendlich auch ausmachen. Aber ich weiss auch nicht. Ich meine, nach dieser schwierigen Zeit, die wir vor ein paar Jahren hatten, in der wir sehr, sehr vorsichtig waren, in der ich auch immer wieder gefragt wurde, ja, ich bin etwas verkältet, kann ich trotzdem zu dir in die Praxis kommen?
Das haben wir früher gar nicht gekannt. Das war gar nie eine Diskussion. Ein Schnupfen, ein bisschen Fieber oder irgendetwas, das gehört doch einfach zu uns.
Vor allem im Herbst oder in der Winterzeit. Keine Diskussion. Heute ist es eine Diskussion.
Weil halt einfach irgendwie, ja, tut man das und kann man das und soll man das und stecke da nicht irgendjemanden an oder was auch immer. Ja. Aber wie gesagt, es ist einfach, es hat sich ein bisschen anders verlagert.
Und vor allem eben auch, was die häufigsten Anmeldungen sind, das, was ich vorhin heruntergelesen habe am Eingang, das haben wir wirklich bei uns, in diesen Generationen, sind wir nachgeschaut, weshalb haben die sich angemeldet? Wieso wollen die zu mir kommen? Und das sind halt einfach die häufigsten Sachen.
Ja, Essstörungen, Allergien, Übergewicht, Darmprobleme, das hat damit zu tun, dass unser Nervensystem teilweise einfach zu überlastet ist. Und das Nervensystem reagiert auf Verdauung, es reagiert im Darm, weil wir haben im Darm viel mehr Nervenzellen, als z.B. wir nicht haben. Und das reagiert alles.
Und wenn man halt einfach z.B. den Kopf wehren geht und Entspannung reinbringt, auf einmal sind dann die Bauchkrämpfe und die Sachen nicht mehr da. Weil sich das alles zusammen halt einfach beruhigt.
Marco
Und wenn du jetzt die Symptome und die Bilder anschaust, ist das ein deutlicher Unterschied mit deinen Klientinnen und Klienten von anderen Generationen? Kommen die mit anderen Sachen?
Christian
Ja, also die Generation nachher, Generation Z, die im nächsten Podcast zum Thema wird, die sind eigentlich ähnlich wie Generation Y, aber sie sind dann einfach noch viel ausgeprägter. Aber das diskutieren wir dann mit dem anderen Thema. Aber da sind wirklich die Stresssachen, die Burnout-Sachen, man hatte früher schon Burnout, aber man war dann einfach müde und konnte nicht so arbeiten oder was auch immer.
Es war anders. Bei psychischen Erkrankungen, diese Generation redet über das. Diese Generation weiss, dass es psychische Krankheiten gibt, dass man auch dazu stehen darf, wenn man überfordert ist.
Marco
Das scheint ja tatsächlich etwas sehr Eigenes zu sein an dieser Generation. Die reden offen darüber, während in früher geborenen Generationen man das für sich gehalten hat oder einfach verschwiegen hat.
Christian
Ich weiss noch, als ich in den Ferien war, in Tessinon haben wir eine Ferienwohnung gemietet. Ich weiss auch nicht, wir waren vielleicht um die 30. Und dort war auch eine Frau, die schwer depressiv war.
Und die hat sich einfach im Haus verkrochen, die ist einfach nicht mehr draussen, die ist nicht mehr unter die Leute. Aber das gab es früher auch schon. Es war einfach anders gelagert.
Es waren andere Ursachen, die das ausgelöst haben. Dass man nicht an sich sein kann, dass man teilweise einfach psychisch in einem Druck war. Ich muss das, ich muss das, ich muss das.
Es war eine andere Überforderung. Eine körperliche Überforderung, teilweise eine Überlastung. Ein Bauer, ein Landwirt, musste früher schon viel arbeiten und krampfen.
Er hatte nicht so viele Maschinen zur Verfügung. Man hatte früher schon Bernhaut bei den Bauern, bei den Landwirten. Das ist halt heute ein bisschen anders.
Sie sind anders gelagert, sie haben vielleicht mehr Druck, sie haben viel mehr Bürokratie. Und so verlagert sich das Ganze. Und bei dieser Generation hat das viel damit zu tun, dass sie analog aufwachsen.
Und in den Jugendjahren und im Aufwachsen sind sie digital unterwegs. Und diese Funktionen im Körper, im Hirn sind noch nicht auf die Geschwindigkeit angepasst.
Marco
Und dann sind sie auch noch in einer Zeit geboren, in der die Welt umständlich schwieriger wurde. In den 90er Jahren gab es Wirtschaftskrisen. Die Arbeitsplatzsicherheit war vielleicht nicht mehr so.
Wobei das für diese Generation vielleicht gar nicht so dramatisch ist. Aber es gab Klimaveränderungen. Es gab die Corona-Krise.
Spielt das auch mit? Haben die einfach eine negative Zeit erwischt? Nicht eine ideale Zeit, um in diese Generation geboren zu werden?
Christian
Das hatten wir ja alles schon. Der Kalte Krieg und was es da alles zusammen gab.
Marco
Das hat es zu unseren Zeiten gegeben.
Christian
Aber in der heutigen Zeit hast du auf dem Handy sämtliche Nachrichten und Informationen aus der ganzen Welt. Und das Weltgeschehen ist im Moment wirklich so etwas von unsicher. Und diese Unsicherheit von Weltgeschehen haben wir nicht gekannt.
Es gab einmal eine Ölkrise. Dann gab es einmal ein Sonntagsfahrverbot. Das war ein riesiges Ding.
Aber dann war es wieder vorbei. Und heute haben wir draussen den Chef, der Amerikaner, die Iraner und der und das und jenes. Tagtäglich kommen die Informationen, was da auf diesem Weltschiff läuft.
Und das ist alles jederzeit, sofort innerhalb von Sekundenbruchteilen, präsent. Und wir können es nachlesen.
Marco
Das heisst, da sind wir jetzt an einem anderen Punkt. Das hast du bei anderen Gelegenheiten auch schon erlebt. Man müsste versuchen, etwas Distanz zu diesem Ganzen zu finden.
Christian
Ja, man müsste, wie soll ich sagen, am Handy, am Mobilegerät, am Computer, negativen Filter aktivieren können. Wie man abends die Nachtfarbe aktivieren kann, damit unsere Augen nicht so viel Licht aufnehmen. Das sollte man auch aktivieren können, damit weniger negative Nachrichten kommen.
Wenn du etwas googlen solltest, wenn du etwas suchst, dann mit dem Algorithmus, dann zeigt es dir sofort das, was in diese Thematik hineingeht.
Marco
Weil natürlich das die grosse Klickzahle gibt und spektakulärer ist als das, was schön ist. Vielleicht wäre es eine Erfindung, wenn wir etwas filtern, dass diese Sachen nicht so kommen.
Christian
Ja, das wäre positiv. Wenn wir früher die Zeitung durchblätterten, hatten wir auch negative Nachrichten. Aber in der Zeit, in der wir die Zeitung gelesen haben, gab es vielleicht irgendwo in dieser Zeitung vier, fünf schlimme Weltgeschehen.
Heute ist irgendwo jemand auf dieser Welt, der mit uns gar nichts zu tun hat, ein Unfall ist, dann ist das sofort abrufbar. In der gleichen Zeit, in der wir früher die Zeitung gelesen haben, haben die auf Deutschland tausende Nachrichten.
Marco
Und natürlich kommen die spektakulären zuerst und dann sind meistens die negativen.
Christian
Ja, logisch. Schau dir die ganzen Klimageschichten an. Ja, das hat die Jungen mehr bewegt.
Nach dem Motto, was ist denn, wenn wir gross sind oder Kinder haben? Was haben die noch für ein Leben? Und es wird ja alles so gross geschrieben, das ganze Klimatheater und alles zusammen, was sehr oft auch ein Politikum ist.
Das ist halt einfach irgendwie anders als heute. Das haben wir nicht gekannt. Eben, wir hatten die Ölkrise, wir hatten das.
Aber sie haben heute irgendwie 30, 40 Christenen zu der gleichen Zeit miteinander. Und das ist das, was die Jungen wirklich belastet. Ich sehe das, ich habe ja auf meiner Handtasche eine sogenannte Seelenbox.
Man kann dort etwas reinschreiben. Völlig anonym, das kommt anonym zu mir. Ich weiss nicht, wer das schreibt.
Was ich sehe, das ist das Alter. Und sonst nichts. Ich weiss nicht, wer das schreibt und wer mir da seine Ängste präsentiert.
Und da siehst du halt einfach, dass das in dieser Seelenbox, wenn ich das Mail bekomme, das nur an mich kommt, ich reagiere aber auch nicht. Ich schreibe nichts zurück. Sondern es geht darum, wie so als Parameter, was läuft mit den Leuten draussen.
Ich will ja wissen, was mit den Leuten läuft. Dass ich auch auf die Leute eingehen kann. Ich will doch nicht einfach stehen bleiben.
Wir müssen mit der Zeit gehen, wie wir uns mit der Generation Y, mit der Generation Z, dürfen wir uns befassen. Das bringt uns weiter, wir können es verstehen, warum sind die so, warum ticken die so, was uns schlussendlich auch weiterbringt.
Marco
Du hast ja vorhin gesagt, sie gehen offener um mit ihren psychischen Problemen. Sie sprechen eher darüber. Kommen sie auch früher im Verhältnis zu anderen, wenn sie auf dich zukommen und deine Hilfe aufsuchen?
Kommen sie, bevor es schon in einem dramatischen Zustand ist?
Christian
Das kann ich so vielleicht nicht unbedingt sagen. Aber es ist, wie soll ich sagen, es geht länger, bis ihnen das wirklich bewusst ist. Dass sie wirklich jetzt ein Problem haben.
Ich habe ganz viele Studenten, die einfach sagen, ich sollte jetzt lernen, ich muss doch etwas machen, meine Eltern finanzieren mich, ich muss doch etwas Gutes präsentieren, ich muss weiterkommen, ich muss einen guten Abschluss machen. Und die kommen dann zum Beispiel vor die Prüfungen, vor, wie soll ich sagen, dann, wenn wirklich die Last enorm ist, sie können dann nicht mehr lernen, sie können den Kopf nicht mehr frei haben, sie können nichts mehr aufnehmen und irgendwie einfach wie völlig blockiert sind, dann kommen sie. Aber das, für das, wo sie kommen, warum sie so sind, das hat eben auch teilweise mit den Vorfahren zu tun.
Das heisst, der Druck der Eltern, weil die Eltern sagen, bei uns war das anders, gib dir doch jetzt ein wenig Mühe und mach doch das, du musst halt nicht so lange im Internet sitzen und du musst halt nicht das, dass irgendwie, sie haben auch dort einen Druck. Und da haben sie den Druck der Schule, sie haben den Druck auf die Leistung, was sie bringen. Und das spielt alles mit.
Und dann kommt es einfach irgendwo an einen Punkt her, der dann eigentlich schon wirklich, ja, kritisch ist. Aber die ganze Vorlaufgeschichte bis dorthin, die ist vielleicht irgendwie länger. Und früher hat man einfach vielleicht im Moment viel mehr, dass man Stress gehabt hat, irgendwie durch eine Scheidung, durch einen Jobverlust oder was auch immer.
Ich meine, ein Jobverlust früher, der war viel tragischer, als das heute ist. Ich meine, wir haben heute Jobs, die nicht mehr besetzt werden können. Zu unserer Zeit mussten wir uns wirklich bemühen, als ich mich beworben habe als Automerkstift.
Damals, bei meinem Lehrmeister, war ich einer von 17. Und ich durfte die Lehrstelle nicht bekommen. Heute sind so viele Lehrstellen gar nicht besetzt, weil sie viel mehr Lehrstellen haben, als dass sie Leute haben, die eine Berufslehre machen möchten.
Marco
Was immerhin heisst, da sind ja zwei Dinge drin, wer unbedingt eine Lehrstelle will, der findet eine. Aber natürlich, wenn er den Anspruch hat, und das hat jetzt die Generation Y, dass sie etwas finden wollen, was für sie jetzt gerade passt, dann wird es auch in dieser Spur schwieriger, wenn sie recht konkrete Vorstellungen haben.
Christian
Das ist eben auch das Problem, weil die Jungen heute, durch alle Informationen, die sie haben können, auch via Internet, zum Beispiel all diese Informationen, verwirren sie teilweise auch. Ich, als ich immer wusste, dass ich Automerkstift werden will, als ich schon Fahrrad und TÜV gekauft habe, wusste ich, dass ich das will. Respektive, ich wollte TÜV-Merkstift werden.
Mein Vater sagte dann, es wird doch Automerkstift, du hast dann mehr Möglichkeiten. Es gibt mehr Autos als TÜV. Ich fand das irgendwie vernünftig und sagte, dann nehme ich Automerkstift.
Heute wissen sie ganz genau, welche Möglichkeiten sie haben. Dadurch entsteht aber auch Unsicherheit. Ich habe ganz viele zum Beispiel, die einfach noch einmal das 10.
Schuljahr machen, weil sie nicht wissen, was sie machen sollen. Sie sind unsicher. Sie sind nicht mehr gleich zielstrebig, wie das zu unserer Zeit war.
Dann kommt etwas anderes dazu, wenn sie ein oder zwei Zwischenjahre haben und ein Jahr lang langweilig sind, dann gibt es noch sehr oft, was ich auch viel habe, dass sie dann zu viel Zeit haben und zum Beispiel in eine Spielsucht fallen. Dass sie dann einfach ihre Zeit mit Spielen vertrödeln, in der digitalen Welt, was wir damals noch nicht kannten, aber dann relativ schnell eine solide Spiel- und Zusammenhaltung aufbauen. Das fordert dich nonstop heraus und führt zu einer Sucht.
Das fängt bei diesen Generationen an. Ich habe viele Junge, die dann eigentlich fast älter werden. Sie sagen, man müsse etwas machen, weil sie verzweifeln und keine Möglichkeit haben, ausser den Computer abzustellen oder Strom auszustecken.
Aber sie haben sonst keine Möglichkeit, dem entgegenzuwirken. Diese Spielsucht, diese Sucht nach den Dopaminschüben oder Serotoninschüben und all diese Glückshormone, das macht süchtig, das macht abhängig und beeinflusst dein ganzes Leben und deinen Ablauf. Aus dem heraus sagen sie, sie wollen eine grössere Work-Life-Balance.
Generation Y hat diese Work-Life-Balance erfunden. Das ist alles gut und recht.
Marco
Es gibt nichts Negatives dazu zu sagen. Die Frage ist, wie man damit umgeht.
Christian
Ja, wie man damit umgeht. Da sind die Arbeitgeber gefordert. Wenn ein Arbeitgeber sagt, so und so war es immer, 8 bis 5 Jobs, da und da, da und da, das sind die Aufstiegsmöglichkeiten, das ist dein Leiterhirn, das kannst du machen.
Das interessiert dich gar nicht mehr. In dem Job, in dem Moment, in dem sie hier arbeiten, möchten sie Freude haben, sie möchten Spass haben an der Arbeit. Sie möchten aber auch die Möglichkeit haben, zu Hause zu arbeiten.
Sie möchten die Möglichkeit haben, ihre Arbeitswelt mit ihrer privaten Welt aneinander vorbeizuhalten. Dass das alles irgendwo Platz hat. Dass sie vielleicht am Morgen um 11 Uhr eine Stunde Badminton spielen können oder was auch immer.
Und dass sie das so anpassen können, wie sie das möchten. Das ist ein alter, konservativer Betrieb. In dem Sinne schlichtweg nicht geeignet für die Leute.
Weil, wo die Hierarchien herrschen, die Generation braucht die Hierarchie nicht.
Marco
Aber ich glaube, das haben die Betriebe zum grossen Teil auch erkannt.
Christian
Ja, sie haben es erkannt, aber es nützt nichts, es gibt Kleine aus dieser Generation, die wissen, wie sie ticken. Und dementsprechend auch die Gabe haben, das mitzuteilen. Sei es Bücher, Vorträge oder was auch immer.
Oder Workshops in Firmen. Da kann man solche Junge buchen und sagen, da gibt es doch eine, die kann meinen Leuten erklären, wie das funktioniert, die buchen wir jetzt. Dann buchen die für einen Tag oder zwei Tage.
Und die Person kommt dann und kostet teilweise ein paar Tausend Franken und weiss ich was. Und die sollte innerhalb von einem oder zwei Tagen der älteren Generation erklären, wie sie ticken, dass sie miteinander auskommen. Aber damit ist das Problem noch nicht gelöst, weil die Firma selber, der Arbeitgeber, muss sich dem anpassen können.
Und das kann man aber auch nicht mit jedem Betrieb. Ich meine, in einem Betrieb, wo du eine Produktion hast, die rund um die Uhr produziert werden muss, ist das gar nicht möglich. Dann musst du deine Leute dann haben, die dementsprechend für sie die Arbeit programmiert haben.
Und da muss man sich auch anpassen. Ich meine, die IT-Branche, schau mal auf Google, was die mit den Leuten gemacht haben, die haben die Leute in die Kantine gestellt mit den besten Köchen, sie haben Freizeiträume eingerichtet, im ganzen Betrieb. Und die wussten wirklich, was sie mit den Leuten machen müssen, damit sie Freude und Spass haben, für mich als Firma zu arbeiten.
Marco
Und das hat dort natürlich funktioniert? Ja, es funktioniert länger, sie weniger.
Christian
Was wir auch gehört haben, auch Google muss sich noch mehr einfallen lassen. Und was vor allem auch typisch ist, ab dieser Generation, wir sind nicht mehr loyal. Zu unserer Zeit sind wir doch an einer Automarke gegenüber, die uns gepasst hat.
Wir waren immer loyal. Ich habe VE-Autos gelernt, ich hatte immer VE-Autos, was mich auch fasziniert. Ich habe heute Oldtimer, VE-Käfer, Golf 2, alte Oldtimer, die mein Herz noch bewegt, die ich als Lehrling an denen geschraubt habe.
Ich schraube heute nicht mehr an denen, aber das Gefühl, wenn du mit dem Auto rumfährst, das ist einfach noch da. Die Jungen, denen ist das scheissegal, sie brauchen ein Auto von A nach B. Im Sommer muss es ein Gabriele sein, im Winter muss es ein SUV sein, damit sie genug Platz haben, um ihre Snowboard und alles zusammen einpacken.
Es sind ganz andere Voraussetzungen da. Und durch das, oder auch mit Versicherungen, früher hast du den Vater gefragt, wer macht deine Versicherungen? Ja, dann gehst du auch zu dem.
Man hat ihn persönlich gekannt. Zu der heutigen Zeit, die kennen doch gar keinen Versicherungsberater mehr. Die kennen das Internet, wo sie das angeben und anklüseln können, was sie wollen.
Je unkomplizierter das ist, desto billiger ist die Versicherung.
Marco
Also ja, das ist jetzt tatsächlich ein ganz anderes Modell.
Christian
Ja.
Marco
Und das Ganze verändert sich offenbar schon dorthin. Ich möchte nochmals auf etwas zurückkommen, was wir schon angesprochen haben. Du hast gesagt, die stehen in der Welt mit kritischer Betrachtung.
Die sehen die Schwierigkeiten der Welt, machen sich Sorgen um die Zukunft der Welt. Offenbar haben die Generationen, die Millennials, das sind die heutigen Plus-, Minus-, 20- bis 40-Jährigen, weniger Kinder als Generationen vorher, auch aus Sorgen um die Zukunft. Also das schlägt sich auch dort nieder.
Christian
Also es ist nicht nur die Sorge um die Zukunft, sicher auch, aber die Sorge um die Zukunft hatten auch unsere Eltern schon. Das hast du sicher auch von deinen Eltern gehört. Also ich möchte nicht mehr jung sein.
Ich möchte das meinen Kindern auch nicht mehr antun. Also wie immer.
Marco
Das hat sich schon verändert. Zu unserer Zeit aber schon weniger. Also wir, die in den 60er-Jahren geboren sind, da war ja wirklich Aufschwung.
Zwar ein bisschen kalter Krieg und der 1. Weltkrieg noch nicht so lange her, aber dort war glaube ich schon die Grundhaltung, es wird jetzt alles besser.
Christian
Ja, sicher ist auch vieles besser geworden. Es ist schon besser geworden, grundsätzlich. Es ist einfach auch vor allem anders geworden.
Und das hat aber auch damit zu tun, Work-Life-Balance. Wenn ich am Freitag nicht mehr arbeiten will, dann kann ich mir aber auch weniger leisten. Das heisst, man sagt ja auch, dass bei dieser Generation, auch bei der nachfolgenden Generation, sie weniger Besitz haben.
Sie haben weniger Hausbesitz, sie haben weniger Eigentum. Das mag sein, denn sie wollen ja weniger arbeiten und wenn du weniger arbeitest, dann verdienst du weniger. Das ist einmal eines.
Und das andere ist die Lebenssituation. Schauen wir mal, bei uns in der Schweiz ist viel teurer geworden. Die Wohnungen sind teurer geworden, die Krankenkassen sind brutal teurer geworden.
Wenn du das alles zusammen anschaust, dann muss irgendwie alles auch finanziert werden. Es klingt jetzt blöd, aber du kannst ja eigentlich gar nicht mehr eine vier- oder fünfköpfige Familie leisten. Also ja, nicht mehr so einfach wie früher.
Es ist einfach nicht das Gleiche. Heute muss auch die Mutter mit arbeiten. Das heisst aber auch, wenn die Mutter arbeitet, dann ist niemand mehr, der z.B. zuhause gesund das Mittagessen kocht. Und das kommt eben auch nicht dazu, was wir bis jetzt gar noch nicht erwähnt haben. Die Ernährung. Heute können wir das ganze Jahr immer überall alles essen.
Das gab es in unserer Zeit nicht. Bei uns gab es das, was aus dem Garten kam, was saisonal war. Das spielt heute alles keinen Roll mehr.
Das heisst aber auch, wir haben ungesundes Essen. Dadurch haben wir auch mehr Allergien. Wir haben eben auch mehr Darmprobleme.
Wir haben Unverträglichkeiten. Das haben wir eigentlich zu unserer Zeit gar nicht gehabt. Du hast vielleicht mal irgendwie, wenn eine Tomate nicht geschält war, dass du die vielleicht nicht verträgt hast von den Spritzmitteln, die die Tomate und den Ausschlag bekamst.
Das hat es zu uns schon gegeben. Aber heute ist das viel komplexer. Durch die ganzen Stoffe, die die Lebensmittel müssen, wie soll ich sagen, die werden sehr länger gehalten.
Die ganzen E-Stoffe und alles zusammen, was in diesen Lebensmitteln drin ist, ist auch nicht so gesund für uns. Und der ganze Fastfood, den es zu unserer Zeit nicht gab, der ist sowas von integriert. Ja, tatsächlich.
Das ist ganz anders heute. Ich bin gestern Abend schnell das Auto getankt. Es war ein Fastfood.
Es war eine Pumpe voll. Die Restaurants laufen nicht mehr, aber die Fastfood-Shops laufen.
Marco
Es scheint ein Bedürfnis zu sein, wenn sie den Geist der Zeit treffen.
Christian
Ja, aber sie sind sich nicht bewusst. Etwas habe ich gelesen, was ich auch recherchiert habe, was ich noch krass finde. Unsere Generation hatte eine Lebenserwartung von 87 Jahren.
Unsere Nachfolger-Generation X hatte eine Lebenserwartung von 86 Jahren. Generation Y hatte eine Lebenserwartung von 80 Jahren. Wir haben das noch nicht bestätigt.
Die leben ja noch. Aber man sieht das vielleicht.
Marco
Der Zenit ist möglicherweise überschritten. Das kann sein. Wir gehören möglicherweise zu der Generation, die tatsächlich am Ende ist.
Vielleicht ist das nachher nicht wieder so. Ja, je nachdem, wie ... Mindestens durchschnittlich.
Christian
Ja, wie sie halt einfach leben. Wie sie ihr Leben gestalten. Ich meine, man weiss doch ganz genau, dass Stress und Ängste unsere Lebenserwartung völlig runterbrechen.
Ja, unsere Vorfahren oder auch unsere Generation haben dort einfach gekrampft. Dann hatten sie vielleicht mal einen Herzinfarkt. Dann hatten sie ein Schläglich.
Dann kamen sie ein bisschen zurück. Ja, und irgendwie ... Aber das, was heute läuft, mit dem Stress, den sie psychisch haben, der viel extremer ist, das dauert viel, viel länger.
Und das ist eben auch das, was ganz bestimmt unsere Lebenserwartung runterholt.
Marco
Also müssen wir unter dem Strich sagen, die Generation Y ist mit ziemlich vielen Problemen konfrontiert. Du hast jetzt etliche von ihnen als Klientinnen und Klienten. Du siehst und hörst ihre Probleme.
Was kann man denen mitgeben, pauschal? Das haben wir auch einmal wieder mehr gesagt, gesund essen und gesund leben. Was ist ein guter Rat für die Generation?
Christian
Sie sollten einfach noch viel mehr wieder den Computer abstellen, das Handy abstellen. Und wenn sie mal in die Natur gehen, das Handy zu Hause lassen. Oder im Auto lassen.
Denn ein Vogelgezwitscher jetzt im Frühling, jetzt haben wir gleich Ostern, den Osterhasen habe ich auch schon hier, jetzt, wo die Natur anfängt zu leben, genau jetzt sollten wir in die Natur raus und dieser Natur zuhören. Das Vogelgezwitscher, die Möhren auf dem See und alles, und das Spannende, was eigentlich abläuft, da draussen auf dem See, wenn sich die Schwäne oder die Taucher gegenseitig auf die Natur ziehen, und wenn es um die Paarungszeit geht, dann schwimmen die da so. Die sind immer dann gegenüber und dann wackelt der eine oder andere wieder den Kopf.
Das sieht auch immer noch lustig aus. Aber du musst das sehen. Das siehst du nur, wenn du den Möhren, den Vögeln oder den Schwänen anschaust.
Das siehst du sonst nicht. Und das ist das, was diese Generation wirklich wieder lernen darf. Einfach überhaupt unsere ganze Umgebung wahrnehmen, unsere ganze Umgebung spüren.
Das ist unheimlich wichtig. Und überhaupt wieder oben runter kommen. Und das ist das, was uns schlussendlich weiterbringen wird.
Uns hat es früher auch angeschissen, am Wochenende mit den Eltern irgendwo spazieren zu gehen. Das ging doch bei uns umgeblich. Jeden Sonntag bist du irgendwo nicht mehr spazieren gegangen.
Das kennst du heute nicht mehr. Das kennst du heute nicht mehr. Man weiss es gar nicht mehr.
Das ist wie ausgelöst. Man geht vielleicht vorher etwas schauen oder machen oder tun. Aber spazieren, einfach so.
Mit einer Flasche Tee im Rucksack und vielleicht einem Speck und einem Brot oder was auch immer. Einfach da raus und irgendwo auf einem Baumstamm sitzen oder auf eine Bank. Und picknicken.
Wenn ich hier Junge habe, die zuhören, wann habt ihr das letztes Mal gemacht? Habt ihr das überhaupt schon einmal gemacht? Dann findet alle mit.
Marco
Im konkreten Fall ist das ein spezieller Ratschlag für die Leute der Generation Y. Aber für alle anderen gilt es natürlich auch. Einmal mehr.
Christian
Das ist das Gleiche, was sie vergessen haben. Ja. Wie gesagt.
Generell. Wir dürfen einfach wieder ein bisschen mehr oben runter kommen. Einfach weniger digital uns stressen lassen.
Sondern auch ein bisschen in die analoge Welt rausgehen. Die aufnehmen. Und in uns hineinwirkeln lassen.
Dass wir eben auch wieder ein bisschen oben runter kommen. Also, probiert es aus. Bis zum nächsten Mal.




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