Folge-47 Marco Hinterfragt
- frautschi
- 16. Apr.
- 21 Min. Lesezeit

Christian
Ja, ihr seht, heute sitze ich einmal auf dem Stuhl von Marco. Wir machen einen kurzen Rollentausch. Ich denke, es ist interessant, dass ihr den spannenden Menschen, Marco Caduff, seht, wie ihm seine Entwicklung nach dem Motto war, du hast mich gefragt, ob du dein Leben nochmals gleich leben würdest, wenn du nochmals beginnen würdest.
Dieses Gespräch möchte ich mit Marco führen. Mal schauen, was er in seinem Leben und Berufsleben gesagt und gemacht hat.
Marco
Christian Frautschi und die Wirbelsäulenseele mit Christian Frautschi, Professor des Lebens, Therapeut, Autor, Lebemensch.
Christian
Und Marco Caduff, die fragende Stimme. Also, ihr habt gerade in dem kurzen Intro die fragende Stimme von Marco Caduff gehört. Das ändern wir kurz für diesen Podcast.
Die fragende Stimme ist Christian Frautschi, und der Beantworter ist die momentan sprechende Stimme, Marco Caduff. Marco, wie bist du überhaupt seinerzeit zum Reden gekommen? Was hat deinen beruflichen Werdegang immer begleitet?
Marco
Es hat mich gefunden, oder ich wurde geschupft, oder begleitet, wie auch immer. Ich habe das nicht gesucht. Ich habe ein Sprachstudium gemacht, und dabei auch die Ausbildungskürze für das sogenannte Höchere Lehramt gemacht.
Ich hatte vor, Gymielehrer zu werden. Aber ich hatte immer schon nach meinem Stimmbruch eine gute Stimme. Also offenbar eine auffällig gute Stimme, das haben mir immer die Leute gesagt.
Und dann hat mir vor, jetzt sind es etwa 40 Jahre her, ein guter Freund gesagt, du mit dieser Stimme, das wäre doch verschwendet, wenn du als Lehrer vor 20 Kindern stehen würdest, und in diesem kleinen Raum deine Stimme behalten, die muss raus. Und dann hat er gewusst, dass Radio 24 einen Moderator sucht. Die haben das in Trailers gesagt, auf dem Sender und auch im Inserat.
Und er hat mir damals, das hat es ja gegeben, die Sony Walkman, er hat mir eine Sony Walkman vor den Mund gehoben und gesagt, schwätze irgendetwas da drauf. Und ich habe irgendetwas da drauf geschwätzt. Und er hat, das hat er mir auch gesagt, das hat er nicht irgendwie hinter meinem Rücken gemacht, er hat auf diese Kassette meine Telefonnummer draufgeklebt, und das hat er Roger Schawinski, dem damaligen Besitzer von Radio 24, geschickt.
Und ein paar Tage später hat er mich angerufen und gesagt, er möchte mich kennenlernen. Und ja, die haben insgesamt ungefähr 200 Bewerbungen auf einmal bekommen. Roger Schawinski hat dann gesagt, er würde mir diesen Job geben.
Und ich habe diesen Job überhaupt nicht gesucht, habe mich damit inhaltlich auch noch gar nicht gross auseinandergesetzt, aber habe doch irgendwie schon das Gefühl gehabt, wenn der Roger Schawinski einem sagt, er gibt einem einen Job, dann kann ich jetzt nicht gut sagen, er interessiert mich gar nicht. Also habe ich mich ein bisschen informiert, was ich da müsste und wie das wäre, und habe auch die Stimmung in diesem Studio sehr gut gefunden. Ja, bin dann gegangen.
Und habe zuerst gedacht, das mache ich eine Weile, und Gimmelehrer werden kann ich dann immer noch. Und da kommen wir ja später auf dieses Thema wahrscheinlich nochmal zurück. Ja, dort hat es auf jeden Fall hundertprozentig gestimmt.
Ich fand das Radio Machen extrem spannend. Das war etwas völlig Neues für mich. Auch die Verbindung von Sprache und Musik, das fand ich cool.
Und ja, ich habe das gerne gemacht und habe dann gemerkt, ah, das ist mein Ding. Und zwar eben nicht nur Sprache, also Sprache insgesamt, aber eben gerade auch die gesprochene Sprache. Also Sprache, die jetzt egal in einen Raum oder in ein Mikrofon hineingeht, und sich als gesprochene Sprache manifestiert.
Das fand ich super spannend.
Christian
Es war natürlich auch die Zeit, in der die Privatradios natürlich begannen zu boomen und auch dementsprechend Leute gebraucht haben, Stimmen gebraucht haben. Es war natürlich ein relativ neues Medium. Wann hat denn schon Winski angefangen mit Radio?
Marco
Er hat angefangen 1980, also das ist dann doch ein paar Jahre her. Also dort, wo ich dann gegangen bin, das war dann 1987, wo es also auch schon bereits in Zürich war, also nicht mehr zu den Gruppiererzeiten. Aber ja, es war immer noch ein relativ junges Medium.
Christian
Radio war ja auch übrigens überhaupt der Einstieg, wo ich seinerzeit für meine Bücher, ich habe ja gesagt, ich bin Legastheniker, ich kann keine Bücher lesen, ich kann scheinbar Bücher schreiben und das glaube ich auch nicht schlecht, so wie sie verkauft werden. Ich wollte als Unterstützung für Legastheniker, oder die einfach schlecht lesen können, Hörbücher machen und dafür habe ich seinerzeit einen Sprecher gesucht. Und ich habe auch zu dieser Zeit immer Klassiker-Radio gehört.
Und dann ist Marco, seine Stimme ist mir unheimlich aufgefallen und da hatte ich das Gefühl, boah, das ist so eine coole, so eine geile, angenehme Stimme. Ich muss den ausfindig machen. Und dann habe ich das auch gemacht.
Ich weiss nicht, ob sie deinen Namen gesagt haben im Radio, das weiss ich jetzt nicht einmal genau. Aber ich habe es dann scheinbar herausgefunden und dann bin ich in ein Tonstudio gegangen, auf Zürich, zum Manfi. Und da sage ich, ich möchte Hörbücher aufnehmen, ich suche jetzt hier noch einen entsprechenden Sprecher und dann sagt er, ja, geh du auf die Sprecher-Homepage und dann kannst du die Stimmen hören und dann liesst du mal drei raus und dann kannst du mir sagen, mit wem wir arbeiten möchten, was für dich am besten stimmt.
Dann habe ich das auch gemacht und siehe da, da war natürlich auch Marco Caduff drauf, der mir einfach von der Stimme her unheimlich gepasst hat. Ja, und dann bin ich zum Manfi gegangen und habe gesagt, guck, ich habe drei, aber ich habe eigentlich einen Favoriten und das ist Marco Caduff. Und dann hat der Manfi geweckt und gesagt, das ist mein Haussprecher, der ist jede Woche ein paar Stunden hier und ich arbeite sehr viel mit ihm zusammen.
Und er hat dann ganz klar gesagt, Marco ist der Beste, Punkt. Und ich weiss, Marco, du stapelst für dich manchmal etwas tief, aber du bist wirklich der Beste.
Marco
Ja, ja. Das ist egal.
Christian
Das dürfen andere über dich sagen.
Marco
Genau, das sagen andere über mich. Ich weiss, dass es ein paar über mich sagen, also das heisst, ich gehöre irgendwie dazu. Ich weiss auch, dass andere Studios und andere Produzenten sagen, ein anderer ist der Beste und der andere ist auch der Beste.
Das ist egal, aber für einen Partner bin ich der Beste.
Christian
Ich habe mit dir sämtliche Hörbücher aufgenommen. Mittlerweile sind das sechs Stück und er ist mein Haussprecher und das ist auch der Grund. Genauso spontan, wie du so Sachen erlebt hast in deinem Leben, habe ich auch erlebt, dass sie gesagt haben, ich möchte einen Podcast machen.
Das ist etwas, was meine Klienten gesagt haben, Christian, ich möchte dich hören reden. Und ich habe mir gesagt, ja, aber ich möchte nicht alle zwei, drei Monate einen Vortrag machen vor 200 Leuten. Das ist spannend, aber der Aufwand ist mir etwas gross.
Mit allem dahinter und so. Gut, Podcast finde ich eine coole Idee. Ich denke, ich mache das.
Und dann haben wir uns ja im ersten Jahr, vor einem Jahr haben wir uns getroffen, miteinander Pizza gegessen und gesagt, Marco, hast du Lust, einen Podcast zu machen? Und so ist das Ganze entstanden. Und sind mittlerweile zum jetzigen Zeitpunkt, heute Sonntag, Anfang Februar, fast Anfang Februar, 45 Episoden aufgeladen worden.
Marco, du hast, wie gesagt, du hast ein Studium gemacht, du bist dann zum Radio gekommen. Mir geht es auch immer wieder darum, das Spannende zu sehen, was läuft nachher mit einem Job, was läuft mit einer Berufung, wie geht das weiter und wie entwickelt sich der Mensch dementsprechend? Entwickelt er sich oder bleibt er stehen?
Wenn man deinen Lebenslauf anschaut, Moderator, Moderator, Moderator, Geschäftsführer, Programmaufbau, Programmleitung, stellvertretende Programmleitung, Opus Radio, Coach, Präsentator und, und, und. Du musstest dich auch immer wieder anpassen und ändern. Du hast mir mal gesagt, du hast eigentlich alles mehr oder weniger aus Zufall gemacht.
Es kam jemand auf dich zu.
Marco
Es kam immer auf mich zu. Das ist eine andere Geschichte, das habe ich dir in einem anderen Zusammenhang auch schon gesagt. Ich bin kein Unternehmer und ich bin auch nicht gut im Verkaufen von mir selber.
Das liebt mich nicht und das mag ich nicht. Dinge haben mich gefunden. Ich habe für keinen einzigen Job in meinem Leben je auf die klassische Art und Weise beworben.
Ich habe nie eine Bewerbung geschrieben. Die Geschichte mit Radio 24, das habe ich dir gerade schon erzählt, das ein Freund von mir gemacht hat. Gar nicht in einer klassischen Art und Weise, sondern mit einem Kassettchen.
Danach gab es auch wieder einen Kontakt von aussen. Das passiert einem natürlich. Du hast mich auch als Stimme gefunden.
Wenn man als Stimme öffentlich erscheint, dann hören einen ja alle. Und irgendeiner denkt dann, tatsächlich, so einen könnte ich brauchen. So ging es mir mit den Radio-Jobs.
Dann kam Radio Zürich und fragte, ob ich zu ihnen kommen wollte. Dann kam Radio Argovia und fragte mich ab. Später kam wieder Roger Schawinski mit seinem Opus-Radio, als ich dort hing.
Es kam auch mal SRF 2, wo ich nicht ging, aus anderen Gründen, weil es umständlich gewesen wäre und in Basel. Aber es kamen immer von aussen Dinge. Die ganze Geschichte, du mit deinen Hörbüchern auch, Dinge haben mich gefunden.
Es gab vielleicht einen Moment, wo ich gedacht habe, ich könnte etwas anderes machen. Aber das, was ich gemacht habe, war immer gut. Es war spannend.
Ich habe es gerne gemacht. Das hat mir gefallen. Das ist das Schönste daran, das grosse Privileg.
Ich habe das nie als Arbeit empfunden. Natürlich war es eine Verpflichtung. Ich bin pünktlich und mache mein Zeug.
Das ist ein Termin, was wir hier haben. Das steht in meiner Agenda. Im weitesten Sinne kann man sagen, ist das jetzt arbeiten oder nicht?
Es ist etwas dazwischen. Ich mache das gerne. Ich komme gerne.
Ich bin gerne hier. Mein ganzer Kalender ist zusammengesetzt aus solchen Dingen.
Christian
Wie gesagt, das, was du bei mir machst, ist eigentlich ein Job.
Marco
Es ist ein Job.
Christian
Aber wir machen es als Job so, wie du gesagt hast, wie wir arbeiten wollen. Ich arbeite hier in der Praxis so, wie ich arbeiten möchte. Wenn ich mit jemandem arbeite, möchte ich die Persönlichkeit dahinter.
Ich möchte den Menschen dahinter. Ich möchte eine Geschichte hinter diesem Menschen. Das ist das, was schlussendlich das Authentische generell überhaupt in dem Ganzen hineinbringt.
Wir wollen Freude und Applaus schenken, dass wir hier, bevor wir arbeiten, Kaffee und Gipfel einnehmen. Und was auch immer. Und ich, so wie heute noch, Kaffee üben, Jeans ableeren und man muss neue Hosen organisieren.
Das macht es spannend. Das ist lebendig. Das soll auch so sein.
Darum wollen wir auch nicht einen Podcast aufnehmen, wie man das macht, sondern wie wir das machen. Authentisch. Ich sage jetzt mal, vom Reden her, von dem, was wir von uns geben, oder du mich fragst, ich sage jetzt mal, auf höchstem Niveau machen.
Man sollte einfach das Gefühl haben, wenn ich etwas mache, dann mache ich es recht. Und dann engagiere ich auch, in meinen Augen, den besten Moderator. Und mache das dementsprechend auch so.
Jetzt hast du, du hast ja, habe ich auch gewusst, vom Studio, wo wir die Hörbücher aufgenommen haben, welchen Job du gemacht hast. Sei das auch irgendwie eine Stimme, glaube ich, vom Tram, der in einen Tram reingekommen ist, neben der Station.
Marco
In der Südostbahn. Und in der Forchbahn bin ich auch.
Christian
Oder auch solche Sachen, wo einfach irgendwo Stimme war, oder in sehr vielen Werbespots, wo du halt einfach dann deine Stimme gegeben hast. Und wo wir das auch wirklich immer gemerkt haben, wer ist da dahinter, wer spricht das. Aber das ist irgendwo jetzt auch, in deinem Fall, die Stimme, der Sprechermarker geht auf.
Wird doch auch länger als je in der heutigen Zeit ersetzt durch das liebe KI. Wie stehst du zu dem, oder wie beschäftigt dich das jetzt?
Marco
Das trifft mich persönlich jetzt gerade nicht mehr so schlimm. Also ich muss sagen, jetzt hatte ich Glück, ich hatte eine gute Phase, ich habe jetzt im Ganzen ungefähr 40 Jahre so gesehen, von diesem Reden irgendwie gelebt. Und die letzten 30 Jahre frei beruflich, auf dem freien Markt, mit einzelnen Aufträgen, die immer gekommen sind.
Das war genau die Zeit, glaube ich, wo das gut war für das, weil es eben die vielen Radiostationen gab, die privaten Fernsehstationen, weil man viel gemacht hat. Ganz viele Grossfirmen haben interne Ausbildungsfilme gemacht mit Sprechern und es gab viele schöne Produktionen. Jetzt ist das möglicherweise dann irgendwann ein bisschen anders.
Also das geht zurück. Alle die, die da sind und da schauen, ganz viele von diesen YouTube-Erklärvideos, ganz viele überhaupt Erklärvideos, Telefonbeantworter, Low-Budget-Produktionen, die sind heute alle mit K.I. stimmen. Die sind recht gut, also die sind in den letzten Jahren massiv besser geworden.
So ein paar Jahre zurück hat es schlecht geklappt und man hat sofort gemerkt, Jesus Gott, das ist eine Maschine und sie betont falsch und sie kennt die Wörter nicht. Das hat massiv geändert, also die sind immer noch Maschinen, aber sie verstehen die Sätze, sie kennen die Wörter, sie können richtig aussprechen, sie betonen schön, sie atmen sogar, das ist ja in diesen Programmen auch so, dass man die Atmen von den Leuten drin lassen kann. Also es kommt ganz nahe an einen Menschen hin und das glaube ich, wird in den nächsten paar Jahren einfach so weitergehen, dass man den Unterschied nicht mehr hört.
Und dann, möglicherweise wird das noch anders, als würde es jetzt schon tatsächlich so aussprechen, die Jobs im freien Wert, die gehen zurück, die werden weniger und die werden wohl noch weniger werden und wer weiss, vielleicht in 100 Jahren erzählen die Leute, es hat mal eine Zeit gegeben, wo man für so etwas einen Menschen gebraucht hat und dann braucht man vielleicht keinen mehr.
Christian
Ja, früher hat man ja auch mal Fernsehansager und Fernsehansagerinnen gehabt, die es heute auch nicht mehr gibt. Ich kenne das jetzt noch aus meiner Generation und so ist das eben auch ausgestorben. Ich denke schon, dass du in deiner Situation ja, wie gesagt, dich halt einfach auch angepasst hat und dass man dort, wo man wirklich noch eine persönliche Stimme möchte und braucht, die authentisch ist, diese Jobs wirst du sicher nach wie vor haben?
Marco
Also Vorläufe, ja, die habe ich noch, das geht vielleicht auch vorbei. Also das kann ich nicht voraussehen. Im Moment ist glaube ich wirklich die Zeit so, dass man muss sagen, niemand weiss, was da noch alles kommt.
Möglicherweise ist das auch vorbei. Wahrscheinlich aber wird es auch in 20 oder 30 Jahren noch einzelne Firmen geben, die sagen, wir wollen da einen Menschen, der das macht und dass man auch gehört, das ist ein Mensch. Und wenn es nur noch darum ist, dass er eine andere Stimme ist, als die immer gleichen, die die KI-Stimmen sind.
Christian
Ja, ich denke also, für dich wird es in dem Sinn sicher nicht aussterben, weil es ist ja irgendwann das, was immer monoton und gleich klingt, es ist einfach eine Vermittlung von irgendeinem Text oder etwas.
Marco
Ja, aber wie du jetzt gesagt hast, das was immer gleich klingt, ich glaube sogar, dass die KI-Programme in Zukunft besser werden und auch nicht mehr so monoton sind. Also die haben jetzt tatsächlich ein Muster, die haben so ein Betonungsmuster, wie ein Satz ist und wenn drei Minuten später ein genau gleich aufgebauter Satz kommt, dann sprechen sie dann auch auf die genau gleiche Art und Weise. Das ist wahrscheinlich auch programmierbar, dass so eine Maschine dann, wenn drei Minuten später ein ähnlicher Satz kommt, sie dann eben gleich anders ausspricht.
Christian
Das glaube ich schon, aber wir haben, bevor wir jetzt vorher angefangen haben, haben wir aus einer Tageszeitung einen Artikel gelost mit einer eben mit einer KI-Stimme. Du hast jetzt diesen Text folgen können und hast gedacht, spielen wir das nochmal schnell ab und hast auch wirklich, du hast hingeschaut, ich könnte jetzt dir nicht sagen, was wir gelost haben, weil das ist für mich, es ist nicht das Gleiche, es ist nicht das Gleiche zu hören. Diese Stimme, die kommt für mich nicht an.
Marco
Okay, für mich hat das jetzt gelangt, die hat jetzt mir auch nicht ein Herz öffnen müssen oder irgendetwas, die hat mir einfach vermittelt, was steht in dem Artikel drin, sie hat einfach den Artikel vorgelesen. Mir hat das gelangt, tatsächlich. Einfach das eine kleine, wo wir ein bisschen drüber schwunzeln, die Stimme kann jetzt offenbar nicht Französisch, hat ein anderes Programm, es ist der Bundesrat Guy Parmelin drin gewesen und die Stimme, das können wir jetzt auch sagen, gar nichts Negatives, ist okay, es war eine Tagesanzeige, die arbeiten jetzt halt mit einem Programm, das sie nicht haben, die hat gesagt, Guy Parmelin, weil sie einfach nicht gewusst hat, wer das ist und dass es Französisch wäre.
So Sachen passieren natürlich noch, das passiert jetzt in einem Programm und das wäre natürlich einem Menschen nicht passiert, weil er es weiss, der heisst Guy Parmelin. Aber auch das wird kommen, das kann man in einem Programm irgendwann reinfüttern und dann weiss es das.
Christian
Ja, aber es lebt nicht das Gleiche. Das ist das Gleiche wie, weisst du, wenn ich manchmal irgendwie etwas höre, dann denke ich, ja, er spricht, aber er sagt nichts. Und so kommt mir eben eine K.I. Stimme genau auch durch. Sie spricht, aber sie sagt nichts, was hier drinnen kommen könnte. Und das ist der Punkt, wo in Zukunft, denke ich, irgendwann wird das wieder gefragt.
Marco
Das mag sein und auf der anderen Seite geht es vielleicht sogar K.I. in diese Richtung, also die neuen Programme sind ja zusammengesetzt, alle aus Silben, wo reale Menschen in einer realen Situation, vielleicht auch in einer emotionalen Situation gesagt haben. Und das sind Menschen, also das ist ja früher sind das ja wirklich elektronisch erzeugte Sachen gewesen und das sind nicht Menschen gewesen, heute sind das Menschen und es sind ihre Silben, die sie in irgendeinem Kontext gesagt haben. Wenn die Programme noch etwas besser werden und vielleicht noch etwas besser zusammensetzen, halte ich sogar das für möglich, dass man das auch noch reinbringen kann.
Also ich glaube, mit K.I. muss man alles für möglich halten.
Christian
Ja, und trotzdem hoffe ich, dass es trotzdem noch bleibt, dass halt einfach der Mensch dahinter noch etwas da ist. Weil, weisst du, gut, ich bin natürlich der, ich nehme das ganz extrem auf. Also es kann nicht, wenn ich jemanden anschaue, innerhalb von Sekunden kann ich den greifen, was ist der für mich.
Wenn zum Beispiel irgendjemand sagt, der enttäuscht ist und Tränen laufen und ich spüre das, dann weine ich auch. Weil ich das einfach spüre. Oder ein trauriger Film, auch wenn es nur ein Film ist, aber wenn der Schauspieler das Traurige lebt oder sagt, spüre ich das.
Bei einer K.I. stimmt spüre ich das nicht. Und das ist das, was ich sage, das ist der Unterschied.
Marco
Das ist vielleicht wirklich der Unterschied. Und natürlich sogar, wenn das zusammengesetzt ist, aus Silber, die vielleicht sogar in diesem Kontext gewesen wären, natürlich genau dieser Satz in diesem Zusammenhang hat der Mensch natürlich nicht gesagt. Das ist auch bei diesem Zeitungsartikel, der Mensch, der die Silber eingeredet hat, hat natürlich nie diesen Artikel geredet, sondern hat einfach die Silber geredet, irgendwelche Silber.
Das mag sein, ich weiss nicht, das mag sein, dass man das immer hört. Oder dass man vielleicht auch wieder nur mit einem sehr feinen Ohr, und du bist dann natürlich der, der sehr genau hinschaut und das spürt, vielleicht spürt das die einen und die anderen nicht.
Christian
Ja, das denke ich schon, dass die das nicht spüren. Ja, es ist auch mein Job, es ist auch meine Aufgabe und meine Gabe, die ich dafür haben darf. Und dafür aber auch, wenn ich mit jemandem arbeiten innerhalb von ein paar Sekunden kann einordnen oder spüren.
Ganz klar. Das ist ja auch, ich meine, auch wenn ich ja meine Bücher schreibe, ich hatte schon das Etikett, letztes Jahr war ein Klienten, ich kann deine Bücher nicht lesen. Da habe ich dann zu Maggie gesagt, ja, dass sie das Buch nicht lesen kann, verstehe ich.
Weil sie kann nur etwas lesen, was wirklich handfest irgendwie beweisbar ist. Wenn ich schreibe, dann sind, wenn du das liest, liest du auch automatisch zwischen den Zeilen, weil ich bildlich schreibe, als Legastheniker. Ich schreibe bildlich und ich präsentiere ein Bild in einem Buch und eine Geschichte.
Und das ist das, was ich meine, was der grosse Unterschied ist. Wo eben, ich kann ein Buch lesen und ohne daran weiss ich nicht, was gestanden ist. Wenn aber ein guter Sprecher ist und ich das als Hörbuch lese, dann kann ich zuhören und dann kommt das an bei mir.
Ich lese viel, aber ich lese einfach Hörbücher. Und das ist eben der Unterschied. Und ich denke, vielen Menschen ist das noch viel zu wenig bewusst, was das überhaupt heisst.
Diese Stimme nicht mehr so zu hören.
Marco
Ja, ja, weil sie doch natürlich nicht in diesem Inhalt ist. Ich weiss nicht, für wie viele Leute das so ist. Ich höre ganz gelegentlich Leute, und das erinnert mich jetzt daran, dass du das gesagt hast, die mir sagen, dass, wenn ich einen Text lese, dass man hört, was ich während dieser Zeit zusätzlich noch denke.
Und ich denke immer irgendetwas zusätzlich, natürlich. Und gerade eben, weil du sagst, zwischen den Zielen. Ich denke ja auch beim Reden zwischen den Zielen.
Und ich denke mir auch zwischen den Zielen. Und das natürlich, das kann wohl eine KI wirklich nicht, weil sie diese Ziele ja gar nicht denken muss, sondern nur konstruieren. Aber ich weiss nicht, wie viele Leute diesen Unterschied merken.
Christian
Es reicht, wenn es ein paar weniger sind und das dementsprechend schätzen. Marco, ich vergesse eine Situation. Das berührt mich gerade.
Eine Situation, die wir nicht hatten, respektive, das konntest du gar nicht wissen. Du warst im Aufnahmeräumchen für das Hörbuch. Und dann hast du so hingeschaut und gesagt, ich bin jetzt heute Christian Frautschi.
Und du hast so hingeschaut und mein Hörbuch gesprochen und er war Christian Frautschi.
Marco
Marco, das ist der Unterschied. Das ist das, was ich merke. Da hatte ich wahrscheinlich auch Glück, dass ich das bei dir so gut getroffen habe.
Ich habe mir das vorgestellt. Wie meinst du das? Beim ersten Hörbuch hatten wir einfach Glück.
Beim zweiten habe ich dich bis dahin besser gekannt. Das hat mir in deinem konkreten Fall tatsächlich keine grosse Mühe gekostet, weil es mir gut gelungen ist. Das könnte ich ja auch nicht in jedem Fall.
Ich kann mich nicht in jeden versetzen. Das glaube ich auch. Und das ist jetzt hier einfach gut gelungen, weil der Inhalt für mich so gut hergekommen ist, dass ich damit umgehen konnte.
Das kann ich jetzt nicht mit jedem. Das hätte auch daneben gehen können. Das ist jetzt glücklicherweise gut gegangen.
Christian
Ja, ich muss auch zu dem sagen, ich habe ja das erste Hörbuch, das du für mich aufgenommen hast, hatte ich als fertige Version bereits. Von einem anderen Sprecher.
Marco
Das hast du mir noch einmal erzählt. Ja, kann ich mich erinnern.
Christian
Es war eine gute Stimme. Es war auch eine Radiostimme. Er ist Schauspieler.
Er ist heute noch Schauspieler. Er macht das gut. Er hat auch gut gesprochen.
Was für mich einfach schade war, war das Handling, das wir hatten. Ich musste immer auf die Bälle laufen. Wir haben das dann in einem kleinen privaten Studio aufgenommen.
Es war unheimlich aufwendig. Und auch von der Aufnahme her selbst, ging es einfach drei oder vier Mal länger. Als wir das nachher aufgenommen haben, musste ich sagen, es ist einfach sensationell.
Wir können zwei oder vielleicht drei Tage lang so konzentriert auf höchstem Niveau das Ganze aufnehmen. Auch in Kombination, weil Manfred Zazzi dich auch sensationell kennt. Innerhalb von zwei Tagen oder drei Übungen konnten wir das ganze Hörbuch aufnehmen.
Und es kam dementsprechend zu diesem Resultat. Und das ist eben auch die Qualität, die man auch sagt.
Marco
In dieser Konstellation hat es gut funktioniert. Manfred Zazzi vom Studio Aquarium in Zürich, weil er mich sehr viele Dinge gemacht hat. Er kennt mich gut und hat wahnsinnig gute Ohren.
Aber auch wieder auf eine Art und Weise, die bei einer K.E. gar nicht nötig wäre. Er hat ja gelegentlich mir mitten in der Aufnahme den Knopf gedrückt und gesagt, Marco, du brauchst jetzt 10 Minuten Pause. Weil er einfach gehört hat, dass ich allmählich müde werde und eine Pause brauche, bevor ich es gemerkt habe.
Ich hätte jetzt noch ein, zwei Seiten weitergeredet und dann vielleicht gesagt, jetzt bin ich müde. Und er hat das schon gehört kommen, bevor es da war. Und das ist natürlich jetzt wirklich seine Qualität, dass er das einfach sofort gehört auf einem ganz feinen Niveau, wo es dann irgendwelche Nuancen sind, die das ausmachen.
Christian
Ja, und da muss man auch sagen, er ist ein unheimlicher, wie soll ich sagen, das ist schon, was er gehört hat. Ich habe die Dinge nicht gehört und er hat gesagt, du hast uns nicht deutlich gesagt, das machen wir nochmals. Er hat dich auch voll gedrückt und gesagt, aber das war höchst selten und aber auch selbst, wie soll ich sagen, er hat seine Art, wie er arbeitet.
Auch wie er Dokumente, Dokumentarfilme schneidet. Übrigens auch vor allem heteromanische Dinge glaube ich auch vor allem, weil er ist auch ein Bündner. Das ist, du merkst, wenn du nur ein paar Sekunden irgendwo vorbeiklickst und du hörst den Dokumentarfilm, weisst du ganz genau, der Film hat eine Manfred Zazi gemacht.
Weil es halt einfach genau, es ist einfach das, was dahinter ist, das, was rüberkommt und in dem Film rüberkommt, eben genau gleich ist wie das, wenn du ja, wenn wir hier sprechen, wenn wir hier sind oder wenn du die Hörbücher erledigst. Jetzt, du bist ja eigentlich gar nicht mehr im Radio, oder?
Marco
So zu sagen, ich bin noch in einem Internetradio, Radio Radio to go, Radio 2go.fm, wo im Aufbau begriffen ist, mache ich immer am Sonntagabend zwischen 10 und 11 Uhr eine Stunde, mit Kurzgeschichten oder kleinen Gedichten und Musik. Das ist noch meine Radiostunde, die ich noch habe.
Christian
Ja, schön. Jetzt, dein Job als Sprecher, das haben wir vorhin gesagt, der ist ja schon ja, schon ein bisschen halb in der Sorge. Es werden ganz, ganz viele Sprecher in den nächsten zwei, drei Jahren ihren Job verlieren durch KI.
Sicher nicht alle, sicher nicht alles, was man auch gesagt hat. Was macht denn Marco heute, wenn er nicht redet?
Marco
Du meinst jetzt meinen Lehrerjob?
Christian
Ja.
Marco
Wir haben das, glaube ich, irgendwo schon einmal angesprochen, ja, ich habe einen 40% Job als Sekundarlehrer, wo ich jetzt eben noch, das habe ich jetzt am Anfang gesagt, wir kommen daraus zurück, der Lehrerjob hat mich jetzt auch noch gefunden, oder ich ihn, oder meine Frau, die mich motiviert hat, jetzt hier in das Gebiet einzusteigen. Ja, tatsächlich, jetzt bin ich 65 und bin seit zwei Jahren Lehrer und mache das gern, weil das doch im weitesten Sinne etwas Neues ist. Es ist immer noch Sprache und es ist immer noch Vermittlung von Inhalten, das ist das, was sich ja durch alles durchzieht, bei mir seit ich überhaupt arbeite.
Aber ein bisschen auf eine andere Art, auf die, wo ich ja eigentlich tatsächlich während meinem Studium gedacht habe, das mache ich dann einmal und jetzt mache ich es tatsächlich noch. Und ja, jetzt eben in ein Alter, in dem ja andere nicht mehr arbeiten, also ich habe das jetzt mit den Schuhen abgemacht, noch für ein Jahr, dann bin ich 66 oder mal 67, bis dann, ja, und das ist auch, jetzt drehen wir da vielleicht wieder einen Kreis zurück, ein anderes Thema, wir haben ja schon darüber geredet, über die Babyboomer-Generation und die Probleme, die die zum Teil haben mit Pensionierung, also das Problem habe ich jetzt ein bisschen rausgeschoben.
Vielleicht mache ich, also ja, irgendetwas mache ich auch nachher noch. Das ist etwas anderes, aber geht natürlich jetzt in die Richtung. Ich kann mir heute nicht vorstellen, aufzuhören zu arbeiten.
Und, es muss gar nicht viel sein, aber wir machen, wer weiss, wie wir mögen und wie wir Ideen haben, unseren Podcast vielleicht noch, wir haben gesagt, 20 Jahre oder 30 Jahre, wie so es geht. Irgendwelche Sachen, glaube ich, werde ich auch noch ganz, ganz lange machen, weil ich es einfach gerne mache.
Christian
Ja, du hast mir einmal, als wir vorher hier geredet haben, miteinander, hast du gesagt, ich rede einfach gerne.
Marco
Genau. Ich weiss nicht mehr, wie ich es gesagt habe. Das heisst nicht, ich bin einfach der, der ständig darauf los schwafeln muss.
Nein, das weisst du, was ich meine. Es gibt Leute, die reden einfach gerne und es wäre gut, sie würden jemanden aufhören. Aber ja, ich mache diesen Job gerne etwas vermitteln.
Also im weitesten Sinne, das zieht sich schon ein bisschen durch alles durch. Da habe ich auch Übersetzungen gemacht oder Transkript oder Übersetzungen, die ich nur schon zum Teil von Schweizerdeutsch auf Hochdeutsch oder umgekehrt mache ich immer noch. Irgendetwas nehmen, das gegeben ist, irgendeine Form von Inhalt und im allen Fall, im weitesten Sinne, irgendwie neu verpacken oder neu zusammensetzen und dann wieder neu hinzugeben.
In ein Mikrofon oder in ein Schulzimmer oder was immer. Und das war eigentlich immer das Gleiche auf irgendeiner Ebene. Das ist das, was ich wirklich spannend finde und gerne mache.
Christian
Ja, das ist auch etwas Wunderbares und etwas Wunderschönes. Es ist ja irgendwo im Endeffekt ein Vermitteln. Ein Vermitteln von einem Text, von einem Inhalt, von irgendeinem Wissen oder was auch immer.
Und das ist das, was eben auch dann dementsprechend so ankommen darf und eben auch in dieser Qualität und alles ankommen darf, dass man das gerne hört, dass man gerne zuhört und effektiv auch dementsprechend den Nutzen hat. es ist ja auch, wie gesagt, dass wir diesen Podcast überhaupt machen, ist nicht irgendwie, dass ich mit diesem Podcast neue Klienten holen will oder irgendwie das vermarkten, in dem Sinne, zum Hallo, werdet auf mich aufmerksam. Das hat gar nichts mit dem zu tun, sondern es hat damit zu tun, dass viele meiner Klienten haben gesagt, du redest nicht in den Behandlungen, ich rede dort nicht, ich gebe vielleicht ein oder zwei Sätze mit auf den Weg, wenn ich fertig bin mit dem Arbeiten, als Motivation, als kurze Zusammenfassung des Menschen, wie ich ihn wahrnehme oder was auch immer.
Ganz, ganz kurz und zig und manchmal aber auch gar nichts. Und sie möchten mehr wissen, sie möchten über meine Arbeit mehr wissen, sie möchten mehr darüber lernen können. Und da muss ich sagen, gut, okay, meine Aufgabe ist, dass eigentlich meine Welt, ich habe von meinen Kumpels einmal die Aufgabe bekommen, du bist an und für sich genau der gleiche Mensch und genau der gleiche Christian, wie du früher als Unternehmer warst.
Und du bist jetzt halt einfach etwas anderes, aber du darfst das, was du tust, wenn es heute völlig etwas anderes ist, als das, was du damals gemacht hast, das vermitteln und verständlich vermitteln, um den Leuten auch mit auf den Weg zu gehen. Und ich bin auch ein Befürworter des ganz normalen, verständlichen Redens, ohne irgendwelche Fremdwörter herumzuschmeissen oder was auch immer und das Gefühl habe, ich bin dann ein Kind, wenn ich da den und den und den Ausdruck kann bringen und so. Das interessiert mich nicht, ich spreche so und du vermittelst das auch mit mir, mit den Büchern, mit diesem Podcast hier, dass wir das auch so dürfen.
Hand oben und halt einfach ja, uns als Menschen dürfen als Vermittler präsentieren, auf irgendeine Art und Weise. Ja, in diesem Sinn denke ich, haben wir Marco einmal etwas von einer anderen Seite kennengelernt und im nächsten Podcast wirst du mich wieder fragen.
Marco
Genau, sitze ich wieder dort.
Christian
Und dann bin ich der wieder, der kein Blatt vor mir hat, sondern frei, wie mir der Schnabel gewachsen ist, Antwort geben auf das, was du mich fragst. In diesem Sinn, wir freuen uns auf die nächsten 20, 30 Jahre. Wir haben noch etwas vor.
Dürfen authentisch sein und noch etwas bewirken auf dieser sonst schon etwas verrückten Welt. In diesem Sinn, bis zum nächsten Mal.




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